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EBD-Umfrage: Was denken Deutsche über Europa?

Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung für die Europäische Bewegung Deutschland e.V.

Eine stärkere Rolle Deutschlands in der Europapolitik ist den Deutschen wichtig. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. (EBD), die pünktlich zum Beginn des Bundestagswahlkampfes durchgeführt wurde.

  • Ziel der Umfrage war es herauszufinden, welche Bedeutung Europa und die EU für die Deutschen heute noch haben und wie sie die Rolle ihres Landes in der Europäischen Union bewerten.
  • Die Ergebnisse sollen allen Parteien Mut machen, die Rolle der EU nicht nur aber besonders im Wahlkampf zu betonen und die Bedeutung Deutschlands in Europa deutlich zu machen.

Im Folgenden präsentieren wir einzelne Ergebnisse. Alle Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.

Generelle Einstellungen zu Europa und zur Europäischen Union

Wir haben untersucht, wie die Menschen in Deutschland Europa und das größte Friedensprojekt, die europäische Integration wahrnehmen. Was erwarten sie von Europa und wie wichtig ist ihnen die europäische Zusammenarbeit?

Interesse für das politische Geschehen in Europa und der EU

Datenvisualisierung der Umfrageergebnisse

Eine überwältigende Mehrheit von 70 % der Menschen interessiert sich für Europapolitik, denn Europa ist auch für den Alltag der Menschen relevant. Dies erklärt auch den Anstieg der Interessierten im Vergleich zu 2019.

Aber nur eine Minderheit der Menschen hat das Gefühl, Europa und seine Institutionen richtig zu verstehen. Dies muss für uns als EBD, aber auch für alle anderen pro-europäischen Kräfte ein Auftrag sein, die EU noch besser zu erklären und greifbarer zu machen.

Verständnis für Funktionsweise und Aufgaben der politischen Institutionen der EU

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Bedeutung, dass Deutschland EU-Mitglied ist

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Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Eine überwältigende Mehrheit von 80 Prozent der wahlberechtigten Deutschen hält die EU-Mitgliedschaft Deutschlands für (sehr) wichtig. Vor allem die junge Generation zeigt sich pro-europäisch: Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 88 Prozent, denen die EU-Mitgliedschaft wichtig ist. Auch über Parteigrenzen hinweg – mit Ausnahme der AfD – wird die EU-Mitgliedschaft nahezu einhellig als zentral für die Zukunft Deutschlands angesehen.

Bedeutung, dass Deutschland EU-Mitglied ist

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Bedeutung, dass Deutschland EU-Mitglied ist

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Deutschland hat durch die EU-Mitgliedschaft alles in allem:

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Die EU verbessert das Leben in Deutschland. Dass sieht auch eine Mehrheit der Menschen (50%) so, während eine deutliche Minderheit (20 Prozent) der Meinung ist, dass die EU mehr Nachteile für Deutschland mit sich bringt.

Wie gut wird die EU mit den jeweiligen Aufgaben fertig?

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Alarmierend ist jedoch die Enttäuschung der Bürgerinnen und Bürger darüber, dass die EU-Institutionen viele Aufgaben nicht erfüllen. So sagen 66 Prozent der Befragten, dass die EU zu wenig Anreize für wirtschaftliches Wachstum in den Mitgliedstaaten setzt. 88 Prozent sind der Meinung, dass die EU die Aufgabe der Verteilung von Geflüchteten nicht ausreichend bewältigt. Zudem sehen 62 Prozent die EU derzeit nicht in der Lage, die Demokratie vor Gefahren von innen und außen zu schützen. Daraus ergeben sich auch Hausaufgaben für die neue Bundesregierung.

Die Rolle Deutschlands innerhalb der Europäischen Union

Nimmt Deutschland innerhalb der EU noch eine Führungsrolle ein?

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Obwohl das Interesse an der EU weiterhin hoch ist und die Mitgliedschaft als wichtig erachtet wird, glauben nur 34 Prozent der Befragten, dass Deutschland weiterhin eine Führungsrolle in der EU einnimmt. Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Dies muss ein Appell an die nächste Bundesregierung sein, sich wieder stärker in Europa einzubringen und Europa zu gestalten.

Die Formulierung der Europapolitik in Deutschland

Dass in Deutschland mehrere Bundesministerien unabhängig voneinander an der Formulierung der Europapolitik beteiligt sind, finde ich grundsätzlich sinnvoll:

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"German Vote" - die Enthaltung oder viel zu späte Positionierung Deutschlands in europapolitischen Fragen ist ein Thema, das uns seit langem beschäftigt. Eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger spricht sich für eine Änderung der bisher dysfunktionalen europäischen Koordinierung aus, damit Deutschland seine Interessen wieder wahrnehmen und gleichzeitig zum Motor der europäischen Gesetzgebung werden kann.

Europapolitik und Bundestagswahl

Dass das Thema Europa und Europapolitik im kommenden Bundestagswahlkampf ausgiebig diskutiert wird, finde ich:

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Europäische Themen wie Wirtschaft, Verteidigung und Migration werden in der öffentlichen Debatte derzeit oft nur national gedacht, können aber nur auf europäischer Ebene gelöst werden. Dies muss im anstehenden Wahlkampf stärker in den politischen und medialen Fokus gerückt werden. "Eine deutliche Mehrheit von 66 Prozent der Bürgerinnen und Bürger hält eine intensive Diskussion über Europa und Europapolitik im Wahlkampf für wichtig", kommentiert Dr. Anna-Maija Mertens. "Die Parteien sollten die europafreundliche Haltung der Wählerinnen und Wähler nutzen, um im Bundestagswahlkampf deutliche Akzente zu setzen."

Welche Partei(en) in Deutschland schaden Europa und der europäischen Integration?

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Während die Anhänger der AfD und des BSW die Mitgliedschaft Deutschlands in der EU am kritischsten sehen, werden beide Parteien von einer Mehrheit der Befragten (AfD 67 %, BSW 52 %) als schädlich für Europa und die europäische Integration angesehen. Dass die AfD Europa und der europäischen Integration schadet, meinen jeweils eine überwältigende Mehrheit der Anhänger der SPD (91 %), der Grünen (97 %), der Linkspartei (89 %), der FDP (82 %) und der CDU/CSU (80 %).

Meinungen zu Reformvorschlägen für die Europäische Union

Wenn das Europäische Parlament bei Gesetzen und Verordnungen auf EU-Ebene mehr Mitbestimmungsrechte hätte als bisher und auch selbst Gesetzesvorschläge einbringt, wäre das:

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Die Stärkung des Parlamentarismus in der EU ist uns in der EBD ein wichtiges Anliegen. Eine Mehrheit der Bevölkerung teilt unsere Ziele, wie z.B. die Einführung eines Initiativrechts für das Europäische Parlament.

Wenn Entscheidungen im Rat der Europäischen Union künftig durch Mehrheitsentscheidungen der Mitgliedstaaten getroffen werden, wäre das:

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Um Europa deutlich handlungsfähiger zu machen, müssen die Blockademöglichkeiten einzelner Mitgliedstaaten reduziert und grundsätzlich Mehrheitsentscheidungen statt Einstimmigkeit im Europäischen Rat eingeführt werden.

Die EU im internationalen Umfeld

Sollten die EU-Staaten künftig stärker in der Verteidigungspolitik zusammenarbeiten und z.B. Aufgaben der NATO übernehmen?

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Die Außen- und Verteidigungspolitik steht seit dem russischen Angriffskrieg im Fokus der EU. Die EBD spricht sich für eine verstärkte Zusammenarbeit und größere Handlungsfähigkeit der EU durch Mehrheitsentscheidungen aus und hat, wie die Ergebnisse zeigen, eine Mehrheit der Bevölkerung hierfür hinter sich.

Zustimmung zur Aufnahme, wenn alle EU-Beitrittskriterien erfüllt sind:

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Die EU sollte im Sinne ihrer Verträge stets offen für neue Mitglieder sein, die die europäischen Werte achten und fördern. Daher begrüßen wir als EBD die neue Dynamik in den Beitrittsgesprächen mit den Kandidatenländern, die zügig aufgenommen bzw. vorangetrieben werden sollten. Wichtig ist, dass allein die Kopenhagener Kriterien den Fortschritt der schrittweisen Heranführung bestimmen. Gleichzeitig müssen den Menschen die Vorteile der Erweiterung verdeutlicht werden, um eine deutlich höhere Zustimmung als bisher zu erreichen.

Zustimmung zur Aufnahme der Länder des westlichen Balkans, wenn alle EU-Beitrittskriterien erfüllt sind:

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Zustimmung zur Aufnahme der Ukraine, wenn alle EU-Beitrittskriterien erfüllt sind:

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Die wirtschaftliche Verflechtung zwischen Europa und China ist für Europa eher:

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Die globalisierte Welt hat uns allen in der Vergangenheit viel Wohlstand gebracht, aber die Globalisierung und die Zusammenarbeit mit Systemrivalen bergen auch große Risiken. Das sieht auch die Mehrheit der Bevölkerung so.

Kann Europa künftig noch mit Wirtschaftsmächten wie den USA und China mithalten?

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Methodik

Die zugrundeliegende Grundgesamtheit der Untersuchung waren die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Im Rahmen der Erhebung wurden insgesamt 1.523 Interviews durchgeführt. Die Befragung erfolgte mittels einer Online-Erhebung über das Panel forsa.omninet. Der Erhebungszeitraum erstreckte sich vom 20. bis zum 30. Dezember 2024. Die Ergebnisse der Studie unterliegen einer statistischen Fehlertoleranz von +/- 2,5 Prozentpunkten.

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