EBD bei Cafe Kyiv 2026 | Ukraines Sicherheit und Zukunft im Fokus

Am Vorabend des vierten Jahrestags des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, den 23. Februar, lud die Europäische Bewegung Deutschland e.V. gemeinsam mit der Allianz Ukrainischer Organisationen und weiteren Partnerorganisationen im Rahmen des Cafe Kyiv der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Paneldiskussion „Europas Zukunft in Freiheit sichern: EU-Beitritt der Ukraine als Wendepunkt für Europas Stabilität und Resilienz“ ein.
Im Zentrum stand die grundlegende Bedeutung eines EU-Beitritts der Ukraine für die gemeinsame Sicherheit, Freiheit und Stabilität Europas. Die Diskussion beleuchtete sowohl die sicherheitspolitische als auch die gesellschaftliche Dimension einer EU-Mitgliedschaft und machte deutlich, warum Europas Resilienz ohne die Ukraine nicht gedacht werden kann.
Nach der Begrüßung durch Nataliya Pryhornytska (Open Platform / Allianz Ukrainischer Organisationen) diskutierten Dr. Gustav Gressel (Landesverteidigungsakademie Wien), Roderich Kiesewetter MdB (CDU), Oleksandra Matviichuk (Menschenrechtsanwältin, Leiterin des Center for Civil Liberties und Friedensnobelpreisträgerin 2022) sowie Dr. Anna-Maija Mertens (Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland e.V.) über die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges seit 2014 auf europäische Werte, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Widerstandsfähigkeit. Dabei wurden die Verantwortung und Rolle Deutschlands sowie der Europäischen Union bei der Bewältigung dieser Herausforderungen herausgestellt. Ergänzend wurde die wichtige Rolle des Europarates bei der europäischen Integration – etwa bei der Stärkung demokratischer Strukturen hervorgehoben. Die Moderation übernahm Kateryna Stetsevych von der Bundeszentrale für politische Bildung.
Oleksandra Matviichuk betonte eindringlich die gesellschaftliche Widerstandskraft ihres Landes: „Wir können uns keinen Pessimismus leisten – wir müssen weiterhin stark bleiben und optimistisch sein.“ Trotz des andauernden Krieges übernehme die ukrainische Bevölkerung Verantwortung für ihre europäische Zukunft und verteidige Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Stabilität Europas „mit unseren Leben“. Sie appellierte an Europa, weiterhin Vertrauen in die ukrainische Gesellschaft zu setzen: „Bitte glaubt an die Ukraine und ihre Menschen.“ Zugleich verwies sie darauf, dass selbst unter Bombardierungen Bürgerinnen und Bürger gegen Korruption protestierten. Jüngste Skandale seien nicht Zeichen von Schwäche, sondern Beleg funktionierender Kontrollmechanismen und institutioneller Selbstkorrektur.
Dr. Anna-Maija Mertens hob hervor, dass die Ukraine bei der Erfüllung der Kopenhagener Kriterien deutliche Fortschritte mache, insbesondere im Bereich Transparenz und Korruptionsbekämpfung. Der Reformkurs zeige, dass die europäische Perspektive konkrete Transformationskraft entfalte. Eine starke Ukraine sei zugleich entscheidend für eine starke Europäische Union. Roderich Kiesewetter betonte, dass die Voraussetzung für eine erfolgreiche Erweiterung jedoch eine Reform der EU selbst sei – unter anderem durch institutionelle Anpassungen, eine Stärkung des Europäischen Parlaments sowie neue Formen politischer Einbindung der Ukraine, etwa durch einen Beobachterstatus. Die Diskussion machte deutlich, dass die EU keine statische Gemeinschaft sei, sondern sich weiterentwickeln müsse, um zukünftige Erweiterungen zu ermöglichen.
Die Diskussion machte eindrucksvoll deutlich, dass Europas Stabilität, Sicherheit und Resilienz ohne die Ukraine kaum zu denken sind. Oleksandra Matviichuk beschrieb die derzeitige strategische und politische Offenheit der Lage abschließend in Worte: „Wir wissen nicht, ob wir am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Krieges stehen.“ Gerade in dieser von Unvorhersehbarkeit geprägten Situation jedoch zeige die ukrainische Bevölkerung Tag für Tag bemerkenswerte Stärke, Entschlossenheit und Optimismus – getragen von dem festen Willen, ihre Freiheit zu verteidigen und ihre europäische Zukunft selbst zu gestalten.
Die Veranstaltung wurde von Open Platform / Allianz Ukrainischer Organisationen und der Europäischen Bewegung Deutschland in Zusammenarbeit mit der Ukrainischen Freien Universität und der Bundeszentrale für politische Bildung organisiert und im Rahmen des Europarat-Projektes der EBD durchgeführt.

Das Café Kyiv ist eine von der Konrad-Adenauer-Stiftung initiierte und mit zahlreichen Partnerorganisationen durchgeführte Veranstaltungsreihe, die Politik, Wissenschaft, Kultur, Innovation und Networking verbindet. Ziel ist es, die Ukraine mit ihren eigenen Stimmen, Perspektiven und ihrer Kultur erfahrbar zu machen. Dabei stehen insbesondere die Themen Freiheit, Sicherheit und Wiederaufbau der Ukraine im Vordergrund. Am 23.02.2026 fand die Veranstaltung bereits zum vierten Mal statt.


