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Preisverleihung Preis Frauen Europas 2026 | „Europa kann nur stark sein, wenn es alle mitnimmt“

Am 4. Mai 2026 wurden Prof. Dr. Gabriele Abels und Ina Rumiantseva im Europäischen Haus in Berlin mit dem Preis Frauen Europas ausgezeichnet. Die Europäische Bewegung Deutschland e.V. ehrte damit zwei Persönlichkeiten, die auf unterschiedliche Weise zur europäischen Integration beitragen - durch wissenschaftliche Reflexion, gesellschaftlichen Dialog sowie durch den Einsatz für Demokratie und Menschenrechte. 

Die feierliche Veranstaltung fand in Kooperation mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland statt und wurde von Lisi Maier moderiert, die mit klarem Blick für europäische Zusammenhänge durch den Abend führte. Musikalische Beiträge von Maura Knierim (Harfe) und Julia Herzog (Flöte) gaben den einzelnen Programmpunkten einen würdigen Rahmen.

Zum Auftakt ordnete Barbara Gessler, Vertreterin der Europäischen Kommission in Deutschland, die Leistungen der Preisträgerinnen ein und betonte: „Die diesjährigen Preisträgerinnen zeigen exemplarisch, auf welch unterschiedliche Weise Frauen sich für Europa engagieren und wie wichtig es ist, dabei den Überblick über komplexe Zusammenhänge zu behalten.“ Ihr Einsatz sei geprägt von Solidarität als zentraler Maxime des europäischen Gesellschaftsmodells sowie von der Bereitschaft, zuzuhören und auch diejenigen einzubeziehen, die sich nicht immer gehört fühlen.

Im Anschluss unterstrich EBD-Präsidentin Dr. Anna-Maija Mertens die besondere Rolle der beiden Ausgezeichneten. Beide seien mutig, beharrlich und wirksam in ihrem Tun und damit Vorbilder für ein Europa, das hinsieht, zuhört und handelt. Zugleich verdeutliche die Auszeichnung, wie wichtig es sei, Engagement von Frauen sichtbar zu machen. „Die Preisträgerinnen stehen für ein Europa als Schutzraum und als demokratisches Projekt, das aktiv gestaltet werden muss.“

In ihrer Laudatio auf Prof. Dr. Gabriele Abels würdigte Dr. Anna Lührmann MdB, die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Digitales und Staatsmodernisierung des Deutschen Bundestages, insbesondere die Verbindung von wissenschaftlicher Arbeit und gesellschaftlichem Engagement. Prof. Dr. Abels stehe für einen Ansatz, der Europa nicht nur analysiert, sondern aktiv gestaltet. Ihr Wirken schaffe Brücken – zwischen Generationen, zwischen Theorie und Praxis sowie zwischen Vision und politischer Realität. Gerade in einer Zeit, in der sich viele junge Menschen nicht ausreichend gehört fühlten, setze sie auf Dialog und Argumente statt auf zugespitzte Parolen. „Europa ist für sie nicht nur Beruf, sondern auch Berufung, und sie macht deutlich, dass es kein fertiges Projekt ist, sondern eine Aufgabe, an der wir kontinuierlich weiterarbeiten müssen.“

Armin Laschet MdB, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und Vize-Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, würdigte in seiner Laudatio auf Ina Rumiantseva ihren Einsatz und erklärte: „Ina Rumiantseva gehört zu den sichtbarsten und wirkungsvollsten Stimmen der belarussischen Diaspora in Deutschland und setzt sich konsequent für die Freilassung politischer Gefangener ein.“ Besonders prägend sei, dass Frauen eine zentrale Rolle in der demokratischen Bewegung in Belarus einnehmen. Rumiantseva erinnere daran, dass politische Veränderungen nur durch Dialog und aktives Handeln erreicht werden können. Gleichzeitig richtete er den Appell an die europäische Politik, Verantwortung stärker selbst zu übernehmen.

Die Übergabe der Brosche erfolgte durch Präsidentin des Netzwerkes Preis Frauen Europas Katharina Wolf. Sie erläuterte die Symbolik des besonderen Schmuckstücks: Gold und Silber stehen für Vielfalt, der Kreis für Einheit, die Sterne für Einzigartigkeit und das Blau des Lapislazuli für den Himmel über Europa. Der Preis stehe für Zusammenarbeit und für das klare Bekenntnis, dass Europa ohne Frauen nicht denkbar ist.

Im Anschluss an die Verleihung richteten die beiden Preisträgerinnen ihre Dankesworte an das Publikum.

Prof. Dr. Gabriele Abels betonte: „Ohne Frauen ist heute keine Universität mehr zu machen, keine Demokratie, kein Staat und kein Europa, und deshalb müssen wir weiterhin dafür sorgen, dass ihre Perspektiven sichtbar und wirksam bleiben.“ Sie machte deutlich, dass Wissenschaft in die Mitte der Gesellschaft gehöre und eine aktive Rolle in öffentlichen Debatten einnehmen müsse. Angesichts aktueller Herausforderungen sei es entscheidend, dass diskursfähige Stimmen zur Stärkung der liberalen Demokratie beitragen. Die Auszeichnung verstehe sie als Ansporn, ihr Engagement fortzusetzen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft weiter zu fördern.

Ina Rumiantseva lenkte den Blick auf die Situation politischer Gefangener in Belarus. „Derzeit sind weiterhin über 800 Menschen unschuldig in Haft, und das zeigt, dass es bei unserem Engagement nicht nur um einzelne Fälle, sondern um Menschenrechte und um die Zukunft Europas geht.“ Trotz einzelner Fortschritte seien weiterhin zahlreiche Menschen zu Unrecht inhaftiert. Sie betonte die Verantwortung Europas, sich stärker für Menschenrechte und demokratische Entwicklungen einzusetzen. Belarus dürfe nicht als Randthema betrachtet werden, sondern stelle eine Herausforderung dar, die auch Auswirkungen auf Europa habe. Es liege in der Hand Europas, auf aktuelle Entwicklungen Einfluss zu nehmen und seine Stimme hörbar einzubringen.

Die Preisverleihung machte deutlich, wie unterschiedlich Wege europäischen Engagements sein können - und wie sehr sie sich ergänzen. Mit Prof. Dr. Gabriele Abels und Ina Rumiantseva wurden zwei Persönlichkeiten ausgezeichnet, die Europa sowohl in der Analyse als auch im praktischen Handeln prägen. Die Gestaltung Europas bleibt eine dauerhafte Aufgabe, die aktives Engagement erfordert.

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