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EBD-Newsletter Juni 2026 | Handlungsfähig, reformfähig, erweiterungsfähig

Liebe Europäerinnen und Europäer,

eine „assoziierte EU-Mitgliedschaft“ für die Ukraine? Der Vorschlag des Bundeskanzlers markiert einen wichtigen Perspektivwechsel: Erweiterung wird endlich stärker als geopolitische und sicherheitspolitische Notwendigkeit verstanden. Gut, dass neue Dynamik in die Debatte kommt. Entscheidend bleibt aber: Jeder Zwischenschritt muss die volle Beitrittsperspektive stärken – und mit Rechtsstaatlichkeit, Demokratie sowie der Reformfähigkeit der Europäischen Union verbunden sein. Gerade bei den inneren Reformen liegen noch große Aufgaben vor Europa.

Genau hier liegt der europapolitische Kern der kommenden Wochen. Der anstehende Europäische Rat wird zeigen müssen, ob die EU Erweiterung, Finanzierung, Sicherheit und Handlungsfähigkeit zusammendenkt. Dazu gehört auch, die Europäische Union selbst reformfähiger zu machen: mehr Mehrheitsentscheidungen, klare Verfahren, parlamentarische Kontrolle und ein Haushalt, der politische Versprechen auch tragen kann. Gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt werden wir Sie anschließend wieder im Rahmen unseres EBD-De-Briefings über die Ergebnisse informieren und diskutieren, ob Europa hier den notwendigen Schritt nach vorn gemacht hat.

Zugleich rückt mit dem Inkrafttreten des reformierten Gemeinsamen Europäischen Asylsystems am 12. Juni auch Schengen wieder in den Fokus. Außengrenzschutz, rechtsstaatliche Verfahren und offene Binnengrenzen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, Pendlerinnen und Pendler, Unternehmen und Regionen ist Freizügigkeit kein abstraktes Ideal, sondern gelebter Binnenmarkt. Wer Binnengrenzkontrollen zur Normalität macht, beschädigt Vertrauen und Alltag in Europa. Deshalb müssen die derzeitigen Kontrollen so schnell wie möglich wieder aufgehoben werden. Gut, dass die Europäische Kommission dies inzwischen ebenfalls deutlich anspricht.

Diese Fragen greifen wir als Netzwerk wie gewohnt auf. Auf unserer Mitgliederversammlung 2026 am 22. Juni beraten wir die neue EBD-Politik und die Fokusthemen für 2026/27. Im Mittelpunkt steht dabei eine zentrale Frage: Wie sichern wir Europas Handlungsfähigkeit in einer Zeit wachsender geopolitischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen? Der Vorstand schlägt dazu vier eng miteinander verbundene Schwerpunkte vor: die demokratische Handlungsfähigkeit Europas zu stärken, Europas außenpolitische Verantwortung auszubauen, europäische Bildung und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern sowie den Binnenmarkt freiheitlich, nachhaltig, sozial und demokratisch weiterzuentwickeln.

Besonders gespannt bin ich auf die Diskussionen unserer Mitgliederversammlung. Denn Europa braucht nicht nur mehr Handlungsfähigkeit, sondern auch mehr Ambition. Gerade Deutschland trägt als größter Mitgliedstaat eine besondere Verantwortung dafür, dass die Europäische Union reformfähig, erweiterungsfähig und international handlungsfähig bleibt. Die EBD will hierzu weiterhin einen konstruktiven Beitrag leisten – als Netzwerk, als Dialogplattform und als Stimme für ein starkes Europa in Deutschland.

Wie aktuell diese Debatten sind, zeigte zuletzt auch unser erfolgreiches EBD-De-Briefing zum Rat für Allgemeine Angelegenheiten gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt. Erweiterung, Rechtsstaatlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und der nächste Mehrjährige Finanzrahmen gehören zusammen. Darum geht es uns als Netzwerk – und darum geht es heute mehr denn je in Europa.

Mit europäischen Grüßen

Ihre

Dr. Anna-Maija Mertens • Präsidentin

#EBDGrafik des Monats

Die Mitgliederversammlung bildet das höchste Gremium der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. und findet einmal pro Jahr statt. Als Netzwerk von über 220 Organisationen aus Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Kräften bringt die EBD hier unterschiedliche Perspektiven zusammen. Doch welche Aufgaben übernimmt die Versammlung eigentlich?

Unsere Grafik des Monats zeigt die zentralen Schritte von der Einberufung bis zur Beschlussfassung und gibt einen Überblick über die Aufgaben und Funktionen der Mitgliederversammlung. Sie macht deutlich, wie das Gremium die gemeinsame europapolitische Arbeit der EBD mitgestaltet. | Zum Download

EBD Nachrichten

EP-Berichterstatterin im Dialog: Gaby Bischoff MdEP zur Reform der Verordnung zur Koordinierung der Sozialversicherungssysteme

Nach fast zehn Jahren haben sich im April 2026 Parlament, Rat und Kommission vorläufig auf eine Reform der Verordnung zur Koordinierung der Sozialversicherungssysteme geeinigt. Ziel ist es, die sogenannte 883-Verordnung an neue Herausforderungen wie veränderte Formen der Erwerbstätigkeit und die fortschreitende Digitalisierung anzupassen. Die Reform soll für mehr Transparenz sorgen und die Anwendung der Vorschriften erleichtern. Damit soll sie faire Regelungen sowie Schutz und Rechtssicherheit für Betroffene gewährleisten.

Über die Bedeutung dieser Einigung für die rund 14 Millionen Menschen, die grenzüberschreitend in der EU leben und arbeiten, sprach Gaby Bischoff MdEP am 5. Juni im Europäischen Haus in Berlin. Als Berichterstatterin des Europäischen Parlaments erläuterte sie die zentralen Inhalte der Reform,  gab Einblicke in die Verhandlungen und beantwortete Fragen aus dem Publikum. In der anschließenden Diskussion standen unter anderem die praktische Umsetzung, die Auswirkungen unterschiedlicher Digitalisierungsgrade in Europa sowie vorgesehene Ausnahmeregelungen im Fokus. Deutlich wurde: Eine funktionierende europäische Koordinierung der Sozialsysteme ist eine zentrale Voraussetzung für die Arbeitnehmerfreizügigkeit in der Europäischen Union. | Hier weiterlesen

Volles Haus beim EBD Brüssel-Alumni Stammtisch Special

Brüssel mag für viele Alumni in der Vergangenheit liegen - die Themen und Kontakte aber nicht. Europa, Austausch und neue Perspektiven standen im Mittelpunkt des Brüssel-Alumni Stammtisches Special am 4. Juni 2026. Die gemeinsam mit POLITICO ausgerichtete Sonderausgabe des Netzwerktreffens brachte zahlreiche Alumni und Alumnae aus Brüssel sowie Absolvierende des College of Europe zusammen. Die lebendige Atmosphäre bot Raum für Gespräche, neue Kontakte und den Austausch über aktuelle Entwicklungen in Brüssel und Europa. Ein besonderes Highlight des Abends war der Besuch des Europaabgeordneten Sergey Lagodinsky, MdEP. Wir danken allen Teilnehmenden für das große Interesse und die gute Stimmung.

Ein kleiner Ausblick: Auch im September 2026 plant die EBD ein größeres Alumni-Netzwerkevent in Kooperation mit der Belgischen Botschaft. Sie sind Brüssel-Alumni und möchten keine Veranstaltung mehr verpassen? Dann tragen Sie sich gerne in unserem Brüssel-Alumni-Verteiler ein.

Premiere: Das erste EBD De-Briefing zum Rat für Allgemeine Angelegenheiten

Im EBD De-Briefing zum Rat für Allgemeine Angelegenheiten (RAA) am 27. Mai 2026 ordnete Anja Wallau (Auswärtiges Amt) die Ergebnisse der jüngsten Beratungen des Rates ein. Der RAA koordiniert die Arbeiten der verschiedenen Ratsformationen, bereitet die Tagungen des Europäischen Rates vor und befasst sich mit einer Reihe sektorübergreifender Politikbereiche, darunter die EU-Erweiterung und der langfristige Haushalt (MFR).

Schwerpunkte des De-Briefings waren die Vorbereitungen der Junitagung des Europäischen Rates sowie die aktuellen Beratungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen 2028-2034. Zudem wurden die Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich und Fortschritte sowie Herausforderungen im europäischen Erweiterungsprozess behandelt. Im Zuge des Rechtsstaatlichkeitsdialogs informierten Frankreich, Italien, Kroatien und Lettland über länderspezifische Entwicklungen. Ungarn informierte zudem in einem gesonderten Beitrag über den aktuellen Stand des laufenden Artikel-7-Verfahrens im Zusammenhang mit der Lage der Rechtsstaatlichkeit im Land. | Hier weiterlesen

Zwischen Handelspartnerschaften und Versorgungssicherheit: Herausforderungen der Landwirtschaft 

Die Diversifizierung von Handelsbeziehungen und die Sicherung der Düngemittelversorgung zählten zu den zentralen Themen desEBD De-Briefings AGRIFISH am 28. Mai 2026. Dr. Andreas Flach (Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat) ordnete die Ergebnisse der Sitzung des Rates für Landwirtschaft und Fischerei ein.

Im Mittelpunkt standen die Diversifizierung von Handelsbeziehungen mit Drittstaaten und die Frage, wie europäische Landwirte im internationalen Wettbewerb unterstützt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt waren die Pläne der Europäischen Kommission zur Stärkung der Düngemittelversorgung in der EU. In diesem Zusammenhang wurde über das vorgelegte Gesetzespaket diskutiert (Aktionsplan Düngemittel). Darüber hinaus erläuterte Dr. Flach die Bedeutung der kommenden irischen Ratspräsidentschaft für aktuelle agrarpolitische Herausforderungen. | Hier weiterlesen

Europäisches Kulturerbe verbindet Regionen und Menschen

EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann nahm am 22. Mai 2026 mit einem Grußwort am Empfang der Stadt Paderborn anlässlich der Verleihung des Europäischen Kulturerbe-Siegels teil. Als Paderborner hatte diese Auszeichnung auch für ihn eine besondere persönliche Bedeutung. Unter dem Titel  „Stadt. Mensch. Fluss - Die Pader für Europa" wurde Paderborn für seine einzigartige urbane Flusslandschaft mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.

Die Europäische Bewegung Deutschland e.V. gratuliert der Stadt Paderborn herzlich zu dieser bedeutenden Auszeichnung. Der Nachmittag bot zudem wertvolle Impulse für Gespräche über europäische Erinnerungskultur, nachhaltige Stadtentwicklung und die Bedeutung kultureller Orte für die europäische Integration. | Mehr erfahren

Aufruf für Vorschläge für die Women of Europe Awards 2026

Für die Women of Europe Awards 2026 ruft die Europäische Bewegung International (EMI) zur Einreichung von Nominierungen auf. Ausgezeichnet werden Frauen, die sich in den sechs Kategorien Woman in Power, Woman in Action, Woman in Business, Young Woman of Europe, Woman in Media und Woman in STEM in besonderer Weise für Europa engagieren. Für die Kategorien "Woman in Action" und "Woman in STEM" plant die Europäische Bewegung Deutschland e.V. (EBD) die Preisträgerinnen des Preis Frauen Europas 2026, Ina Rumiantseva und Prof. Dr. Gabriele Abels, zu nominieren.

Wir laden unsere Mitgliedsorganisationen ein, Vorschläge für weitere Kandidatinnen einzureichen und die deutschen Nominierungen für die europäische Preisvergabe aktiv mitzugestalten. Vorschläge müssen dabei von EBD-Mitgliedsorganisationen eingereicht oder unterstützt werden. Die EBD nimmt Einreichungen bis zum 18. Juni 2026 unter pfe@netzwerk-ebd.de entgegen. | Weitere Informationen

Europa-Nachrichten der Mitgliedsorganisationen

Wettbewerbsfähigkeit, Binnenmarkt und Souveränität, Innovation

Wie kann Europa im globalen Wettbewerb mithalten und gleichzeitig seine wirtschaftliche und technologische Souveränität stärken? Diese Themen ziehen sich durch aktuelle Beiträge und Positionen der EBD-Mitgliedsorganisationen. Im Zentrum stehen dabei Rahmenbedingungen für Wachstum und Innovation sowie die Stärkung des EU-Binnenmarkts. 

Der BDI befasst sich vor dem Hintergrund der Wachstumsdynamik im Euroraum mit dem Energiepreisschock, seinen konjunkturellen Folgen und gibt eine Einschätzung zu den künftigen wirtschaftlichen Entwicklungen. Gleichzeitig betont der BGA die Bedeutung neuer zuverlässiger Handelsbeziehungen und begrüßt die Modernisierung des EU-Mexiko-Handelsabkommens und fordert eine schnelle Ratifizierung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas. Auch die Rahmenbedingungen im Binnenmarkt und Fragen zur technologischen Souveränität werden adressiert: Während die BDA im Vorschlag der Europäischen Kommission für eine "EU Inc." ein Instrument zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des EU-Binnenmarkts sieht und für eine praxisnahe Ausgestaltung plädiert, ordnet der DGB den Kommissionsentwurf kritisch ein und verweist auf mögliche Risiken. Das cep weist vor dem Hintergrund des EU "Tech Sovereignty Package" darauf hin, dass technologische Souveränität Offenheit und funktionsfähigen Wettbewerb voraussetzt.

Aus dem (internationalen) Netzwerk

5th Kiel Security Conference. Between Fresh Breeze and Cold Freeze: Navigating the Future of European Security 

Freitag, 19. Juni 2026, 9:00–16:00 Uhr | Konrad-Adenauer-Stiftung | Maritim Hotel Bellevue, Kiel

Am 19. Juni bringt die Kieler Sicherheitskonferenz führende Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik, Militär und weiteren gesellschaftlichen Bereichen zusammen. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine steht die Sicherheitslage in Europa und im Ostseeraum im Zentrum der Debatte. 

Hochrangige Keynotes aus Deutschland, Rumänien und Estland bündeln unterschiedliche Perspektiven und ordnen aktuelle sicherheitspolitische Entwicklungen ein. Auf drei Panels vertiefen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Militär die Diskussion und beleuchten zentrale Herausforderungen für die europäische Sicherheit. | Zum Event

Last Call: Wie Europa selbständig wird

2. - 4. Juli 2026 | Stiftung Genshagen | Schloss Genshagen

Was muss Europa tun, um auf der internationalen Bühne eigenständiger und handlungsfähiger zu werden? Wie kann Europa das Vertrauen seiner Bürgerinnen und Bürger zurückgewinnen? Und wie kann es auf äußere Einmischungen reagieren?

Mit diesen wichtigen Fragen zur Zukunft Europas beschäftigen sich rund 50 Fachleute aus Deutschland und Frankreich im Rahmen eines zweitägigen Seminars im Schloss Genshagen. Im Mittelpunkt stehen vier Politikbereiche: Digitale Souveränität, Verteidigung, Energieversorgung sowie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Ziel des Austauschs ist die Erarbeitung eines gemeinsamen Appells, der an Medien und zentrale Multiplikatoren gerichtet werden soll. | Weitere Informationen

Call for Applications: United Europe Young Leaders Advocacy Seminar in partnership with the F.A.Z. “Europe Lab 2026"

Dienstag, 8. September 2026 | United Europe e. V. | Europäisches Haus, Berlin

Beim "Europe Lab 2026" kommen engagierte junge Führungskräfte aus ganz Europa mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie Fachleuten für einen direkten Austausch zusammen, um über Energiesicherheit und die Zukunfts- und Reformfähigkeit Europas zu diskutieren.

Neben der Vorstellung aktueller Positionspapiere stehen interaktive Workshops und der direkte Austausch mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern auf dem Programm. Ziel ist es, konkrete politische Handlungsempfehlungen zu entwickeln, neue Perspektiven einzubringen und europäische Debatten aktiv mitzugestalten. Bewerbungen können bis zum 26. Juni 2026 eingereicht werden. | Weitere Informationen

EBD-Akteursmapping

In unserer Rubrik "EBD-Akteursmapping" informieren wir Sie jeden Monat über zentrale personelle Veränderungen und Ernennungen in der europäischen Politiklandschaft. Die Neustrukturierung des Auswärtigen Amtes ist seit dem 6. Juni 2026 in Kraft mit einem gänzlich neuen Organigramm. Für die EU-Bubble besonders interessant:

  • Dr. Bernhard Kotsch, Staatssekretär, ist zuständig für Abteilung EU-Politik und Geoökonomie (EG)
  • Christoph Wolfrum ist Leiter der Abteilung EU-Politik und Geoökonomie (EG)
  • Sebastian Fischer leitet die Unterabteilung EG-V-1 EU-Grundsätze und Koordinierung
  • Jens-Christian Gädtke leitet das Referat EG10: Grundsatzfragen EU-Politik; EU-Institutionen; Beziehungen zum Europäischen Parlament; Europarechtsberater
  • Dr. Géza Andreas von Geyr, Staatssekretär, ist zuständig für die Abteilung Europa (EA) 
  • Christoph Israng übernimmt die Leitung der Abteilung Europa (EA)
  • Anja Wallau übernimmt die Leitung der Unterabteilung EA-V-1 Bilaterale Beziehungen zu EU-Staaten
  • Franziska Hagedorn ist Leiterin des Referats EA20: Nord-/Westeuropa (Nicht-EU); Arktispolitik; Europarat
  • Niklas Wagner leitet die Unterabteilung EA-V-3 Osteuropa, Schwarzmeerkooperation, Südkaukasus

Hier eine Auswahl weiterer aktueller Entwicklungen:

  • Jan van Aken, Noch-Pateivorsitzender von Die Linkewurde durch seine Fraktion zum Stellvertreter für den Auswärtigen Ausschuss des Bundestages gewählt.
  • Pina Picierno, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, hat die italienische Demokratische Partei sowie die Sozialdemokraten (S&D) verlassen. Künftig gehört sie der liberalen Fraktion Renew Europe an.
  • Wolfgang Kubicki ist neuer Bundesvorsitzender der FDP. Er folgt auf Christian Dürr.
  • Bernhard Ströbele wird Büroleiter und Sprecher von Wolfgang Kubicki (FDP).
  • Martin Hagen ist neuer Generalsekretär der FDP.
  • Christian Meier, derzeit bei UAV DACH e. V. und früherer Büroleiter von Bijan Djir-Sarai, übernimmt die Leitung des Büros von Martin Hagen (FDP).
  • Matthew Karnitschnig, Euractiv-Chefredakteur, gab am 9. Juni 2026 seinen Rücktritt bekannt.

Sie wissen von weiteren spannenden Personalwechseln in der europäischen Politik? Schreiben Sie uns gern an europaredaktion@netzwerk-ebd.de - wir freuen uns über Ihre Hinweise!

#Nachgefragt bei...

Beim Format „Nachgefragt bei …“ kommen in dieser Ausgabe gleich drei EBD-Vorstandsmitglieder zu Wort, die sich aus dem Vorstand verabschieden: Barbara Lochbihler (rechts im Bild), EBD-Vizepräsidentin, Menschenrechtsexpertin, Mitglied im UN-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen (CED) sowie in der Internationalen Kommission gegen die Todesstrafe (ICDP) und ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, Clara Föller, Europareferentin für die Stadt Frankfurt am Main, Mitglied der Jugendabteilung und des Advisory Council on Youth (Europarat) und Steffi Grimm (links im Bild), Büroleiterin der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Elke Hannack und Delegierte für ver.di und den DGB.

Im Gespräch blicken sie auf prägende europapolitische Debatten während ihrer Zeit im EBD-Vorstand zurück. Sie sprechen über Themen, die in der deutschen Debatte aus ihrer Sicht zu wenig Beachtung finden, darüber, wie Europa den Alltag der Menschen konkret beeinflusst und über die Erfahrungen, die sie aus ihrer Arbeit im EBD-Vorstand mitnehmen. Zum Abschied geben sie zudem persönliche Impulse für die zukünftige Arbeit des EBD-Netzwerks.

Was nehmen Sie persönlich aus Ihrer Arbeit im EBD-Vorstand mit - und welchen Wunsch oder Rat würden Sie dem Netzwerk für die kommenden Jahre mitgeben?

Barbara Lochbihler: "Die Unterschiedlichkeit der Mitgliedsorganisationen im Vorstand, vom Deutschen Jugendring bis zum BDI, ist sehr breit. Ihr gleichzeitiges gemeinsames Interesse ein stärkeres Europa zu schaffen und nicht nur auf ihre Partikularinteressen zu schauen, hat mich beeindruckt. Die EBD sollte unbedingt weiterhin das Schaffen des Europarats und seinen Gremien, wie dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, aufmerksam verfolgen und dessen Politik und Urteilen Geltung und Beachtung schenken."

Steffi Grimm: "Ich nehme aus der Arbeit im EBD-Vorstand vor allem mit, wie wertvoll der Austausch zwischen sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Perspektiven, Organisationen und Netzwerken ist! Die Stärke des Netzwerkes Europäische Bewegung Deutschland liegt gerade darin unterschiedliche Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen. Das ist in dieser polarisierten Zeit leider nicht selbstverständlich.

Für die kommenden Jahre wünsche ich der EBD, dass sie weiterhin mutig Brücken baut – zwischen Institutionen und Bürgerinnen und Bürgern, zwischen nationaler und europäischer Ebene und auch zwischen unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Interessen. Europa braucht gerade jetzt Räume für konstruktiven Dialog, demokratische Verständigung und konkrete Zusammenarbeit."

Clara Föller: "Vor einigen Jahren war ich selbst Praktikantin bei der EBD. Nun selbst Teil des Vorstands gewesen zu sein, war ein spannender Perspektivwechsel und zeigt, wohin Engagement führen kann. Die Arbeit im EBD-Vorstand, die ja auch ganz wesentlich die Zusammenarbeit mit dem Generalsekretariat umfasst, habe ich immer als extrem professionell, vorausschauend und sehr konstruktiv empfunden. 

Es ist einfach bemerkenswert, konkrete europapolitische Fragestellungen mit Vertreterinnen verschiedener Verbände und ihrer jeweiligen Prioritäten zu diskutieren. Wer nun meint, man könne sich angesichts der Spanne der Positionen immer nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen, wird staunen. Ich habe im EBD-Vorstand erlebt, und dafür möchte ich meinen Vorstandskolleg:innen einen großen Dank aussprechen, dass selbst in schwierigsten Debatten alle bemüht waren im Rahmen ihrer eigenen Positionen und denen, die ihnen ihre Organisationen zugestehen, den größtmöglichen Spielraum auszureizen. Das hat der EBD immer erlaubt, klar Position zu beziehen, etwa beim Thema Grenzkontrollen, und auch die Arbeit der Bundesregierung kritisch zu beleuchten. Dadurch konnte die EBD als wichtiges Korrektiv der europapolitischen Debatte in Deutschland wirken."

Lesen Sie hier die vollständigen Interviews mit Barbara Lochbihler, Steffi Grimm und Clara Föller.

Kommende Termine

22. Juni 2026 | EBD Mitgliederversammlung 2026

Die Mitgliederversammlung der Europäischen Bewegung Deutschland findet am 22. Juni 2026 im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin statt. Einmal im Jahr kommen die Mitgliedsorganisationen der EBD zusammen, um über europapolitische Prioritäten und die strategische Weiterentwicklung des Netzwerks zu beraten. Auf der Tagesordnung stehen in diesem Jahr unter anderem die Verabschiedung der EBD-Politik 2026/27 sowie die Wahl des EBD-Vorstands. Die Beschlüsse und Wahlen der Mitgliederversammlung prägen die inhaltliche und organisatorische Arbeit des Netzwerks in den kommenden Jahren. | Weitere Informationen

22. Juni 2026 | EBD De-Briefing Europäischer Rat

Direkt vor der EBD-Mitgliederversammlung blickt die EBD auf die Ergebnisse des Europäischen Rates vom 18. und 19. Juni 2026. Gemeinsam mit Ole Funke (Bundeskanzleramt) werden im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft die zentralen Beschlüsse des Gipfels sowie aktuelle europapolitische Entwicklungen eingeordnet. | Weitere Informationen

1. Juli 2026 | EBD De-Briefing EPSCO

Am 1. Juli 2026 veranstaltet die EBD ein digitales De-Briefing zu den Ergebnissen der Sitzung des Rats für Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz (EPSCO). Johanna Wöran (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und Alexandra Brzezinski (Bundesministerium für Arbeit und Soziales) ordnen die Ergebnisse der Beratungen aus Sicht der Bundesregierung ein. | Weitere Informationen

6. Juli 2026 | EBD Briefing Irische EU-Ratspräsidentschaft

Welche Schwerpunkte setzt Irland mit seinem Programm für die EU-Ratspräsidentschaft 2026 und welche Prioritäten sind aus deutscher Sicht besonders relevant? Beim EBD Briefing zur Irischen EU-Ratspräsidentschaft am 6. Juli 2026 im Europäischen Haus in Berlin stellt die irische Botschafterin I.E. Maeve Collins die Schwerpunkte und Prioritäten der Präsidentschaft vor. Christoph Wolfrum (Auswärtiges Amt) und Gisela Hohensee  (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) beleuchten deren Bedeutung aus Sicht der Bundesregierung. | Weitere Informationen folgen bald auf unserer Website

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