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EBD-Pressemitteilung | Demokratie als Standortfaktor: Wirtschaftliche Führungskräfte sehen demokratische Stabilität und EU-Mitgliedschaft als Grundlage wirtschaftlichen Erfolgs

Neue EBD/YouGov-Umfrage: Vier von fünf Führungskräften sehen Unternehmen in der Verantwortung, die Demokratie zu stärken

Berlin, 15. Juni 2026 - Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa sind fürFührungskräfte nicht nur politische Werte, sondern wirtschaftliche Standortfaktoren. 78 Prozent der wirtschaftlichen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sehen einen Zusammenhang zwischen demokratischer Stabilität und dem wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens. Gleichzeitig sehen 80 Prozent Unternehmen in der Verantwortung, einen Beitrag zum Schutz der Demokratie zu leisten.

Die Ergebnisse basieren auf einer Onlinebefragung von 505 Führungskräften mit Entscheidungsverantwortung in Unternehmen mit 50 oder mehr Beschäftigten, die in Deutschland tätig sind. Befragt wurden Personen aus dem mittleren Management sowie höheren Führungsebenen. Die Datenerhebung erfolgte über das YouGov Panel Deutschland im Zeitraum vom 15. bis 27. Mai 2026. Die Stichprobe wurde vorquotiert und zusätzlich nach Alter, Geschlecht, Region, Unternehmensgröße und Wirtschaftssektor gewichtet.

Mehr als die Hälfte der Befragten betrachtet demokratische Stabilität als geschäftskritischen Faktor für ihren wirtschaftlichen Erfolg. Knapp zwei Drittel (62 %) sehen den Einfluss von Akteuren, die demokratische Institutionen oder demokratische Grundprinzipien infrage stellen, als wirtschaftliches Risiko für ihr Unternehmen.

Die Ergebnisse zeigen: Für viele wirtschaftlichen Entscheidungsträger sind Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der europäische Binnenmarkt keine abstrakten politischen Werte, sondern Fundament für Investitionen, Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit, sagt Dr. Anna-Maija Mertens, Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland. Wer über den Wirtschaftsstandort Deutschland spricht, muss deshalb auch über demokratische Stabilität sprechen. Das klare Bekenntnis vieler Unternehmen zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ist ein ermutigendes Signal in herausfordernden Zeiten.“

Die EU als unverzichtbarer Stabilitätsanker

Besonders deutlich wird die positive Haltung beim Blick auf Europa. Die deutsche EU-Mitgliedschaft wird von einer klaren Mehrheit der Befragten positiv bewertet. Lediglich 13 Prozent sehen überwiegend Nachteile.

Bemerkenswert ist dabei: Selbst unter denjenigen wirtschaftlichen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, die den Zustand der Demokratie der Europäischen Union kritisch bewerten, überwiegt die Einschätzung, dass Deutschland von der EU-Mitgliedschaft profitiert.

Die Ergebnisse legen nahe, dass viele der Befrafgten Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und den europäischen Binnenmarkt nicht als getrennte politische Themen betrachten. Vielmehr werden sie als Teil eines gemeinsamen wirtschaftlichen Stabilitätsrahmens verstanden, der Vertrauen schafft, Investitionen erleichtert und Wettbewerbsfähigkeit stärkt.

Verantwortung anerkannt – Engagement bleibt hinter den Erwartungen zurück

Die Umfrage zeigt zugleich eine deutliche Lücke zwischen Verantwortungsbewusstsein und praktischem Handeln. Während 80 Prozent der Befragten Führungskräfte eine Verantwortung für den Schutz der Demokratie zuschreiben, setzt mehr als jedes dritte Unternehmen (35 %) keine der abgefragten externen demokratiebezogenen Maßnahmen um.

Dabei fehlt es weniger an Bereitschaft als an geeigneten Rahmenbedingungen. Als wichtigste Hürden nennen die Befragten

  • die Sorge vor Konflikten oder Polarisierung in der Belegschaft (32 %),
  • Reputationsrisiken und den möglichen Verlust von Kundinnen und Kunden oder Geschäftspartnern (28 %)
  • sowie rechtliche Unsicherheiten hinsichtlich der Zulässigkeit und Ausgestaltung demokratiebezogenen Engagements (24 %).

Vier von fünf Führungskräften sehen Unternehmen in der Verantwortung, Demokratie zu stärken. Die Bereitschaft ist also vorhanden, sagt EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann. „Die Herausforderung besteht darin, diese Bereitschaft in konkretes Handeln zu übersetzen. Dafür brauchen Unternehmen Rechtssicherheit, Orientierung und glaubwürdige überparteiliche Partner. Die Ergebnisse sind ein klarer Auftrag an Politik, Verbände und Wirtschaft, gemeinsam tragfähige Rahmenbedingungen für demokratisches Engagement zu schaffen.

Die Umfrage wurde von der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD) im Rahmen eines Projekts mit dem Europarat (Direktorat für Demokratie) zur Rolle gesellschaftlicher Akteure beim Schutz demokratischer Strukturen durchgeführt. Die vollständigen Ergebnisse der EBD/YouGov-Umfrage werden in Kürze auf der Website der Europäischen Bewegung Deutschland veröffentlicht.

Quelle: "YouGov Research Services" 2026 © Alle Rechte vorbehalten.

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