zurück

EBD-Newsletter Oktober 2026 | Was uns ein starkes Europa wert sein sollte

Liebe Leserinnen und Leser,

der Schuss ist längst gefallen. Russland greift Europas Freiheit an, Trump erschüttert transatlantische Gewissheiten. Doch die Mitgliedstaaten verhandeln in gewohnten Bahnen – mit wachsendem nationalem Egoismus. Auch Deutschland setzt in der Verteidigung zu oft auf nationale Reflexe. Wo bleibt der Mut zum zweiten europäischen Airbus-Moment? 

Mir fehlen Maß und Mitte: Wir reden die EU teuer und ihren Nutzen klein. Dabei erhält sie für ihre Aufgaben vergleichsweise wenig Steuergeld. Rückflüsse kommen vielen Branchen zugute; der Wert des Binnenmarktes geht weit darüber hinaus. 

Die EBD hält dagegen: als demokratische, europäisch vernetzte Infrastruktur, die organisierte Interessen und Politik verbindet. 22 unserer Mitgliedsorganisationen fordern gemeinsam einen stärkeren EU-Haushalt. Wo Gewissheiten schwinden, knüpfen wir unsere Netze enger.

Unsere #EBDGrafik zeigt, wie Mitwirkung vor dem Kommissionsvorschlag gelingt. Die Better Regulation Initiative bietet dafür Zugänge. Weniger Bürokratie darf nicht weniger Europa bedeuten.

Auf Ihren Wunsch informieren wir wieder stärker online. Wir bereiten ein EBD Briefing zum Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission 2027 vor. Zum MFR-Sondergipfel am 26. November folgt ein EBD De-Briefing mit dem Bundeskanzleramt.

Ein Deutschland, das Europa kleinredet, macht sich selbst kleiner. 

Mit europäischen Grüßen 

Bernd Hüttemann

Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland e. V.

#EBDGrafik des Monats

Von der ersten Initiative bis zum offiziellen Gesetzesvorschlag: Wie entstehen die Vorschläge der Europäischen Kommission? Unsere EBD-Grafik des Monats erklärt, welche Schritte ein Gesetzesvorhaben innerhalb der Kommission durchläuft und welche Möglichkeiten europäische Bürgerinnen und Bürger sowie Interessensträgerinnen und -träger haben, sich in den Prozess einzubringen.

Dabei zeigt die Grafik auch aktuelle Neuerungen, die für das EBD-Netzwerk von Bedeutung sind. Denn gerade bei der Vorbereitung europäischer Gesetzgebung kommt es aus Sicht der EBD auf frühzeitige Beteiligung, transparente Verfahren und nachvollziehbare Entscheidungen an. | Zum Download

EBD-Nachrichten

Europa unter Handlungsdruck: Was vom EU-Gipfel bleibt

Viele offene Fragen, wenig Einigkeit: Der Europäische Rat am 15. und 16. Oktober 2026 in Brüssel brachte keine Einigung beim EU-Haushalt, Streit um Energiepreise und Emissionshandel sowie kaum Fortschritte bei der Erweiterung. Was bedeuten die Gipfelergebnisse für Deutschland und Europa? Darüber diskutierte das EBD-Netzwerk am 19. Oktober beim EBD De-Briefing Europäischer Rat. Gastgeber waren die EBD-Mitgliedsorganisationen Handelsverband Deutschland (HDE) und Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) in Berlin.

Nach der Begrüßung durch Stefan Genth (HDE) und Antonin Finkelnburg (BGA) stellte Ole Funke aus dem Bundeskanzleramt die Einschätzung der Bundesregierung vor. Diskutiert wurden insbesondere die Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 (MFR), die Wettbewerbsfähigkeit der EU, Bürokratieabbau und hohe Energiepreise.

Barbara Gessler, Vertreterin der Europäischen Kommission in Deutschland, ging unter anderem auf Migration und das sogenannte Gold-Plating bei der Umsetzung von EU-Recht ein. Prof. Dr. Funda Tekin, EBD-Vorstandsmitglied und Direktorin des Instituts für Europäische Politik (IEP), thematisierte den stockenden Erweiterungsprozess und die Bedeutung der Rechtsstaatlichkeit. Die Moderation übernahm EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann. | Hier weiterlesen

22 EBD-Mitgliedsorganisationen fordern einen starken EU-Haushalt

Was ist uns Europa wert? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines gemeinsamen Aufrufs von 22 EBD-Mitgliedsorganisationen an die Bundesregierung. Auf Initiative der EBD fordern Organisationen aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Jugend, Umwelt und weiteren gesellschaftlichen Bereichen eine ambitioniertere deutsche Position in den Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 (MFR).

Die Botschaft ist klar: Wer von Europa mehr Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt erwartet, muss auch die finanziellen Voraussetzungen dafür schaffen. Statt den EU-Haushalt allein nach nationalen Ein- und Auszahlungen zu bewerten, müsse der europäische Mehrwert gemeinsamer Investitionen entscheidend sein. Gerade Deutschland profitiert davon.

Der Aufruf fordert außerdem, dass sich Europas politische Prioritäten im Haushalt widerspiegeln, EU-Mittel konsequent an die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit gebunden bleiben und eine rechtzeitige Einigung Förderlücken ab 2028 verhindert. Mit ihrem gemeinsamen Aufruf appellieren die 22 Mitgliedsorganisationen an die Bundesregierung, Verantwortung für einen EU-Haushalt zu übernehmen, der Europas gemeinsamen Aufgaben gerecht wird. | Gemeinsamen Aufruf lesen

Vertrauen in Europas Verwaltung | EBD Dialog mit der Europäischen Bürgerbeauftragten

Wie kann die EU schneller entscheiden und zugleich transparent, zugänglich und rechenschaftspflichtig bleiben? Darüber diskutierten am 6. Oktober 2026 die Europäische Bürgerbeauftragte Teresa Anjinho und EBD-Präsidentin Dr. Anna-Maija Mertens mit Vertreterinnen und Vertretern der EBD-Mitgliedsorganisationen sowie institutionellen Partnern. Die EBD hatte gemeinsam mit dem Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland zum Dialog ins Europäische Haus in Berlin eingeladen. Die Moderation übernahm Judit Hercegfalvi, Leiterin des Verbindungsbüros.

Teresa Anjinho erläuterte ihre Rolle als Vermittlerin zwischen den EU-Institutionen und den Bürgerinnen und Bürgern. Dabei betonte sie, wie wichtig es sei, Missstände in der europäischen Verwaltung frühzeitig und lösungsorientiert zu beheben. Diskutiert wurden unter anderem der Zugang zu EU-Dokumenten, Europäische Bürgerinitiativen, die Beteiligung gesellschaftlicher Kräfte und die Herausforderungen des digitalen Wandels.

Dr. Mertens unterstrich, dass europäische Handlungsfähigkeit und demokratische Legitimität keine Gegensätze sind. Schnellere Entscheidungsverfahren dürften nicht zulasten von Transparenz, Rechenschaftspflicht und Beteiligung gehen. Entscheidend sei vielmehr, gesellschaftliche Kräfte frühzeitig einzubinden und nachvollziehbar zu machen, wie ihre Interessen in europäische Entscheidungen einfließen. | Hier weiterlesen

Europäischer Rückenwind für Sachsen-Anhalt

Welche Folgen hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für die europapolitische Arbeit im Land? Darüber diskutierten am 1. Oktober 2026 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft im Landtag in Magdeburg. Eingeladen hatte die Europäische Bewegung Sachsen-Anhalt mit Unterstützung der EBD.

Nach der Begrüßung durch die damalige Landtagsvizepräsidentin Anne-Marie Keding und Thomas Rieke, Vizepräsident der Europäischen Bewegung Sachsen-Anhalt, richtete EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann den Blick auf die europapolitischen Folgen des Wahlergebnisses. Im anschließenden Austausch diskutierten unter anderem Dr. Falko Grube MdL (SPD) und Olaf Meister MdL (Bündnis 90/Die Grünen) über die Rolle Europas im Wahlkampf und die Herausforderungen der kommenden Legislaturperiode.

Eine wichtige Erkenntnis: Europapolitisches Engagement ist in Sachsen-Anhalt weiterhin vorhanden. Was jedoch vielfach fehlt, ist eine stärkere Vernetzung der aktiven Organisationen aus Wirtschaft, Bildung, Verbänden und weiteren gesellschaftlichen Bereichen. Hier will die EBD gemeinsam mit der Europäischen Bewegung Sachsen-Anhalt ansetzen und bestehende Verbindungen gezielter nutzen. Auch die EBD-Mitgliedsorganisationen sind aufgerufen, ihre regionalen Netzwerke und Kontakte einzubringen, um das europapolitische Engagement vor Ort langfristig zu stärken. | Zum Nachbericht

Brüssel im Gepäck, Europa im Gespräch | Brüssel-Alumni-Treffen 2026

Was bleibt von der Zeit in Brüssel, wenn der berufliche Weg längst weitergeführt hat? Gemeinsame Erfahrungen, persönliche Kontakte und Verbindungen, die weit über die europäische Hauptstadt hinausreichen. Das zeigte das Brüssel-Alumni-Treffen am 30. September 2026 in der Botschaft des Königreichs Belgien in Berlin. Gemeinsam mit der Belgischen Botschaft und POLITICO lud die EBD zum europapolitischen Austausch und Wiedersehen ein. Das Brüssel-Alumni-Netzwerk verbindet inzwischen mehr als 2.000 Menschen.

S.E. Piet Heirbaut, Botschafter des Königreichs Belgien in Deutschland, eröffnete den Abend gemeinsam mit EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann und Hans von der Burchard von POLITICO. Für den europapolitischen Impuls sorgte der Überraschungsgast Christoph Wolfrum, Leiter der Abteilung EU-Politik und Geoökonomie im Auswärtigen Amt. Er verband aktuelle europapolitische Entwicklungen mit persönlichen Erfahrungen aus seiner Zeit in Brüssel und gab Einblicke, wie diese Perspektiven die politische Arbeit in Berlin prägen.

Bei belgischen Spezialitäten nutzten ehemalige Brüsselerinnen und Brüsseler aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und weiteren Bereichen die Gelegenheit, alte Kontakte aufzufrischen, neue zu knüpfen und sich über aktuelle europapolitische Fragen auszutauschen. Gerade diese Verbindung aus persönlichen Erfahrungen und fachlichem Austausch macht das Brüssel-Alumni-Netzwerk aus und fördert die Zusammenarbeit über Institutionen und Arbeitsbereiche hinweg. | Mehr erfahren

Neuer EBD-Vorstand nimmt europapolitische Arbeit auf

Am 25. September 2026 kam der bei der Mitgliederversammlung neu gewählte EBD-Vorstand erstmals zu einer Sitzung im EBD-Generalsekretariat in Berlin zusammen. EBD-Präsidentin Dr. Anna-Maija Mertens begrüßte die Vorstandsmitglieder, darunter auch die neugewählten Vertreterinnen und Vertreter. Ein besonderer Programmpunkt war der Austausch mit Gunther Krichbaum MdB, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt.

Gemeinsam diskutierten die Vorstandsmitglieder mit Staatsminister Krichbaum über die europapolitischen Prioritäten der Bundesregierung, insbesondere den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034, die EU-Erweiterung und notwendige institutionelle Reformen. Diese Themen spiegeln zugleich wesentliche Anliegen der EBD-Politik 2026/27 wider, über deren Umsetzung der Vorstand ebenfalls beriet. 

Auch das EBD-Netzwerk wächst weiter: Der Vorstand beschloss die Aufnahme von fünf neuen Mitgliedsorganisationen: Bayer AG, Bundesverband Schausteller und Marktkaufleute, Deutsches Studierendenwerk, PariJus gGmbH und Twp Berlin. Damit zählt die EBD nun 229 Mitgliedsorganisationen. | Mehr dazu

Junge Perspektiven auf Menschenrechte: Ausstellung im Bundeswirtschaftsministerium

Wie blicken junge Menschen auf Menschenrechte, Respekt und gesellschaftliche Verantwortung? Am 22. September 2026 wurde im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) eine Ausstellung mit 22 prämierten Arbeiten des 73. Europäischen Wettbewerbs eröffnet. Unter dem Motto „Dein Europa: Recht, Respekt – Realität?!“ hatten sich knapp 75.000 Schülerinnen und Schüler kreativ mit Grund- und Menschenrechten auseinandergesetzt.

Zur Vernissage reisten elf Preisträgerinnen nach Berlin, um ihre Werke vorzustellen und mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Begrüßt wurden sie von EBD-Präsidentin Dr. Anna-Maija Mertens. Die EBD ist Trägerverein des Europäischen Wettbewerbs. Die Ausstellung wurde im Rahmen des Symposiums „Orientierung im Wandel“ eröffnet, das sich mit der Verbindung zwischen Menschenrechten und unternehmerischer Verantwortung beschäftigte. Damit schlug die Veranstaltung zugleich eine Brücke zum 74. Europäischen Wettbewerb, der unter dem Motto „Europa gerecht gestalten: Was kostet die Zukunft?“ wirtschaftliche Zukunftsfragen aufgreift. | Mehr zur Ausstellung

College of Europe: Bewirb dich jetzt!

Die Bewerbungsphase für das Studienjahr 2027/28 am College of Europe ist gestartet! An den Standorten Brügge, Natolin und Tirana studieren und leben rund 450 Studierende aus mehr als 50 Nationen gemeinsam. Seit seiner Gründung 1949 bereitet das College Absolventinnen und Absolventen auf internationale Karrieren mit Europabezug vor. Neben vielfältigen europäischen Spezialisierungen bietet der Campus Natolin seit dem Studienjahr 2026/27 den neuen Study Track European Security and Strategy an.

Wer sich für ein postgraduales Studium am College of Europe interessiert, kann sich noch bis zum 13. Januar 2027 bewerben. Am 16. November 2026 von 15:00 bis 17:00 Uhr veranstaltet die EBD zudem eine digitale Informationsveranstaltung. Studieninteressierte erhalten Einblicke in die Studiengänge und das Bewerbungsverfahren und können auch aktuellen Studierenden ihre Fragen stellen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bei Fragen steht das EBD-Team gerne zur Verfügung: coe@netzwerk-ebd.de | Mehr zum College of Europe

Europa-Nachrichten der Mitgliedsorganisationen

Der gemeinsame Aufruf von 22 EBD-Mitgliedsorganisationen zeigt, wie intensiv sich unser Netzwerk mit dem künftigen EU-Haushalt beschäftigt. Doch auch darüber hinaus bringen unsere Mitglieder unterschiedliche Perspektiven in die Debatte über den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 (MFR) ein. Die folgenden Beiträge geben weitere Einblicke in die Positionen aus unserem Netzwerk:

Aus dem (internationalen) Netzwerk

EU-Erweiterung: Neue Mitglieder, neue Perspektiven?

Dienstag, 3. November 2026, 17:00–18:30 Uhr | Haus der Wirtschaft, Breite Straße 29, 10178 Berlin

Mit den Beitrittsperspektiven für die Ukraine, die Republik Moldau und die Staaten des Westbalkans gewinnt die EU-Erweiterung erneut an politischer Bedeutung. Welche Chancen und Herausforderungen bringt eine größere Europäische Union mit sich? Dieser Frage widmet sich United Europe e. V. am 3. November in Berlin mit der Podiumsdiskussion „Growing Europe: A Case for Enlargement“.

Es diskutieren Gunther Krichbaum, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Ferit Hoxha, Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten Albaniens, S.E. Dr. Faruk Ajeti, Botschafter des Kosovo in Deutschland, und Milan Nič von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Die Moderation übernimmt Maximilian Mörseburg (United Europe). Im Anschluss besteht Gelegenheit zum persönlichen Austausch und Networking. | Bis zum 27. Oktober anmelden

Wie Europas Supercomputer Forschung und Innovation voranbringt

Freitag, 6. November 2026, 11:00 Uhr | Erlebnis Europa, Unter den Linden 78, 10117 Berlin

Wie können Supercomputer helfen, den Klimawandel besser zu verstehen, neue Batterien zu entwickeln oder die medizinische Forschung zu beschleunigen? Die Ausstellung „JUPITER und Co. in Aktion“ zeigt, welches Potenzial europäisches Hochleistungsrechnen für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bietet. Im Mittelpunkt steht JUPITER, Europas erster Supercomputer der Exascale-Klasse.

Zur Eröffnung am 6. November im Erlebnis Europa diskutieren Christian Ehler MdEP, Dr. Bastian Koller (Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart) und Dr. Daniel Opalka (EuroHPC Joint Undertaking) über die Chancen der europäischen Supercomputer-Infrastruktur. Eine Einführung gibt Dr. Florian Berberich (Forschungszentrum Jülich). Die Moderation übernimmt Ines Arland. Im Anschluss lädt das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland zu einem Ausstellungsrundgang und Empfang ein. | Weitere Informationen

EUROPIA 2026: Europäische Identität und die Geschichten, die uns verbinden

Samstag, 14. November 2026, ab 9:30 Uhr | Volkshochschule Bamberg, Großer Saal, Tränkgasse 4, 96047 Bamberg

Was macht Europa jenseits seiner geografischen Grenzen und politischen Institutionen aus? Welche gemeinsamen Geschichten verbinden die Menschen in Europa? Diesen Fragen widmet sich die Konferenz EUROPIA 2026 am 14. November in Bamberg. Unter dem Motto „Narrative gestalten“ kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Filmschaffende sowie Autorinnen und Autoren zusammen, um unterschiedliche Vorstellungen europäischer Identität und ihre Bedeutung für Integration und Zusammenhalt zu diskutieren.

Die Veranstaltung verbindet wissenschaftlichen Austausch mit einem Filmfestival. Vorträge und Podiumsdiskussionen beschäftigen sich unter anderem mit europäischen Narrativen, Religion und Erinnerungskultur. Am Abend werden im Kino Lichtspiel Filme gezeigt und mit den Filmschaffenden diskutiert. Mitveranstalter sind die Vertretung der Europäischen Kommission in München und das Center for Religion & Philosophy der LMU München. | Weitere Informationen

Albanien auf EU-Kurs: Chancen und Herausforderungen des Beitritts

Freitag, 27. November 2026, 16:30–18:00 Uhr | Europavilla, Europäische Akademie Berlin, Bismarckallee 46/48, 14193 Berlin

Albanien hat alle Verhandlungskapitel für den EU-Beitritt eröffnet und inzwischen vier davon vorläufig abgeschlossen. Bis Ende 2027 strebt das Land einen Abschluss der Beitrittsverhandlungen an. Doch wie nachhaltig sind die Reformen bei Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung? Und ist die EU selbst bereit für neue Mitgliedstaaten? Diesen Fragen widmet sich die Europäische Akademie Berlin am 27. November bei der Veranstaltung „How Strong Is Europe? Albania’s Path to the EU“.

Nach der Begrüßung durch I.E. Adia Sakiqi, Botschafterin Albaniens in Deutschland, diskutiert Ardian Hackaj vom Cooperation and Development Institute in Tirana mit dem Publikum. Als weitere Gesprächsgäste sind Adea Pirdeni, Staatsministerin für öffentliche Verwaltung und Korruptionsbekämpfung in Albanien, und Sebastian Fischer vom Auswärtigen Amt angefragt. Das Besondere: Im interaktiven Fishbowl-Format bleibt ein Stuhl für das Publikum frei. Interessierte können selbst Platz nehmen und ihre Perspektiven in die Diskussion einbringen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der albanischen Botschaft statt. | Weitere Informationen

EBD-Akteursmapping

In unserer Rubrik "EBD-Akteursmapping" informieren wir Sie jede Ausgabe über zentrale personelle Veränderungen und Ernennungen in der europäischen Politiklandschaft. Hier eine Auswahl aktueller Entwicklungen:

  • Die sechsköpfige CSU-Europagruppe hat Christian Doleschal zum Vorsitzenden und Stefan Köhler zum Parlamentarischen Geschäftsführer gewählt. Anschließend wurde Doleschal in der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament als Co-Vorsitzender von Niclas Herbst bestätigt sowie Köhler als Parlamentarischer Geschäftsführer neben Hildegard Bentele. Vizevorsitzende der deutschen Gruppe bleiben Dennis Radtke, Andreas Schwab, Ralf Seekatz und Sven Simon. Schatzmeisterin bleibt Marion Walsmann. Herbst und Bentele mussten sich keiner Wahl mehr stellen, sie sind bis zum Ende der Wahlperiode gewählt.
  • Jennifer Tollmann und Lutz Weischer gehören nun dem Geschäftsführenden Vorstand Politik der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch an. Für eine Übergangsfrist arbeiten sie noch gemeinsam mit Christoph Bals, der sein Amt als Geschäftsführer zum Jahreswechsel aufgeben wird.
  • Nicolae Ștefănuță ist neuer Co-Fraktionschef der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA). Er folgt auf Bas Eickhout, der im Mai zurückgetreten war.
  • Bengt Beyer leitet seit dem 1. September die Wirtschaftsabteilung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union.
  • Die Bundesregierung holt die bisherige EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein nach Berlin, wo sie die Nachfolge von Felix Klein antritt.
  • Im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt leitet Effrosyni Chelioti nun die neu strukturierte Abteilung A für Allgemeine Grundsatzfragen und Auswärtiges.

Sie wissen von weiteren spannenden Personalwechseln in der europäischen Politik? Schreiben Sie uns gern an europaredaktion@netzwerk-ebd.de - wir freuen uns über Ihre Hinweise!

EBD-Politik konkret: Einblicke in die politische Arbeit der EBD

Mit ihren Dachstrategien bündelt die EBD ihre europapolitische Arbeit und richtet ihre Aktivitäten an vier strategischen Arbeitsfeldern aus. Die Arbeit der EBD-Fokusthemen wird in vier Dachstrategien zusammengeführt und in konkrete Aktivitäten übersetzt. Dabei verknüpft die EBD politische Positionierungen mit dem Engagement ihrer Mitgliedsorganisationen, Akteursmapping, Projekten, Veranstaltungen und Kommunikation. Sie vernetzt Akteurinnen und Akteure innerhalb und außerhalb ihres Netzwerks, bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und entwickelt gemeinsame Forderungen für politische Entscheidungsprozesse. Darüber hinaus setzt sie Impulse für Initiativen und Debatten über den engeren politischen Raum hinaus.

Im Mittelpunkt stehen die Weiterentwicklung und Erweiterung der EU, europapolitische Bildung, Schengen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie eine transparente, wirksame und demokratisch legitimierte EU-Rechtsetzung.

Was bedeutet das konkret für die Arbeit der EBD? In dieser neuen Rubrik geben wir Einblicke in aktuelle Themen, Aktivitäten und Perspektiven aus dem Netzwerk. Zum Auftakt stellen wir die vier Dachstrategien und ihre jeweiligen Schwerpunkte vor.

EU-Erweiterung: Europas Zukunft gemeinsam gestalten 

Wie verändert die Erweiterung die Europäische Union? Die EBD begleitet die europäischen Erweiterungsprozesse kontinuierlich und ordnet ihre politischen Entwicklungen ein. Dabei bringt sie die Interessen und Expertise ihrer Mitgliedsorganisationen ein und setzt zentrale Fragen zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Binnenmarkt und der Handlungsfähigkeit der EU frühzeitig auf die europapolitische Agenda.

Bessere EU-Rechtsetzung: Transparenz, Beteiligung und Governance

Wie kann europäische Rechtsetzung transparenter, demokratisch legitimiert und zugleich wirksam gestaltet werden? Die EBD widmet sich Fragen rund um Better Regulation, Transparenz, politische Koordinierung und gesellschaftliche Beteiligung – und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Vereinfachung, hohen Standards und politischer Verantwortung.

Europa ohne Grenzen: Schengen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Wie kann der Schengen-Raum als Grundlage für Freizügigkeit und grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa weiter gestärkt werden? Die EBD setzt sich dafür ein, Schengen, Freizügigkeit und grenzüberschreitende Zusammenarbeit politisch zu stärken und die Perspektiven der Grenzregionen stärker in die deutsche und europäische Debatte einzubringen. Im Fokus stehen insbesondere Binnengrenzkontrollen, grenzüberschreitendes Arbeiten und Leben sowie die gesellschaftliche Verankerung des Schengen-Raums. Nennen Sie uns gerne schon Akteure, die dieses Thema aktiv begleiten!

Europäische Bildung: Europa verstehen und mitgestalten

Wie lässt sich europapolitische Bildung als Grundlage demokratischer Teilhabe stärken? Die EBD setzt dabei auf einen besseren Zugang zu europapolitischer Bildung, die Vermittlung europäischer Zusammenhänge und demokratischer Prozesse sowie die Befähigung insbesondere junger Menschen, Europa kritisch, informiert und eigenständig mitzugestalten. Bestehende Bildungsaktivitäten werden stärker miteinander verbunden und die Perspektiven der EBD-Mitgliedsorganisationen in die europapolitische Bildungsdebatte eingebracht.

Weitere Einblicke in die konkreten Aktivitäten und die Umsetzung der vier Dachstrategien folgen in Kürze.  Auch unsere Mitgliedsorganisationen sind herzlich eingeladen, eigene Impulse und Perspektiven einzubringen. Sie haben Anregungen oder Themenvorschläge? Kontaktieren Sie uns gerne!

#Nachgefragt bei...

Beim Format „Nachgefragt bei …“ kommen regelmäßig europapolitische Stimmen in Form eines Kurzinterviews zu Wort. Diesmal sprechen wir mit Norbert Theihs, Geschäftsführer des Hauptstadtbüros Berlin beim Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI), über Europas Wettbewerbsfähigkeit, die Zukunft europäischer Rechtsetzung und die Verantwortung von Verbänden für die Stärkung demokratischer Werte.

Herr Theihs, Grundfeste unserer Demokratie und der internationalen Zusammenarbeit werden derzeit von innen wie außen infrage gestellt. Welchen Beitrag können Verbände wie der VCI leisten, um demokratische Werte zu stärken und zu verteidigen?

Verbände haben jeden Tag die Aufgabe, nicht nur für ihre Partikularinteressen einzutreten, sondern mit ihrem Handeln unsere demokratischen Werte zu stärken und zu verteidigen. Das gilt für Europa genauso wie auf nationaler und internationaler Ebene. Unser Anspruch im VCI ist es, unser Partikularinteresse, nämlich die Stärkung der wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Interessen der chemischen und pharmazeutischen Industrie mit der Stärkung unserer demokratischen Grundwerte und unserer internationalen Einbettung zu verbinden. Unsere Interessen müssen dem Allgemeinwohl dienen, nur dann können wir gemeinsam in Europa und international Erfolg haben. Daran arbeiten wir im VCI jeden Tag.

Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Norbert Theihs

Kommende Termine

EBD De-Briefing AGRIFISH

28. Oktober 2026 | Wie geht es mit der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027 weiter, und welche Entscheidungen stehen in der europäischen Fischereipolitik an? Beim digitalen EBD De-Briefing zum Rat für Landwirtschaft und Fischerei (AGRIFISH) ordnet Dr. Andreas Flach, Referent für EU-Koordinierung mit Schwerpunkt Landwirtschaft im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), die Ergebnisse der Ratssitzung vom 26. und 27. Oktober ein. Im Mittelpunkt stehen die Zukunft der europäischen Agrarpolitik, aktuelle Agrarhandelsfragen sowie die Fangmöglichkeiten in der Ostsee für 2027. | Weitere Informationen

EBD De-Briefing ECOFIN & Eurogruppe

11. November 2026 | Welche Ergebnisse bringen die Beratungen der Eurogruppe und des Rates für Wirtschaft und Finanzen (ECOFIN)? Beim digitalen EBD De-Briefing ordnet Ines Schlotter vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Sitzungen vom 9. und 10. November aus Sicht der Bundesregierung ein. Neben den wirtschafts- und finanzpolitischen Beratungen geht es dabei auch um die europäischen Haushaltsfragen. | Weitere Informationen

EP-Berichterstatter im Dialog: Damian Boeselager MdEP zum Digitalen Euro

20. November 2026 | Wie verändert der digitale Euro den europäischen Zahlungsverkehr und welche Chancen und Herausforderungen bringt er für Handel und Verbraucherinnen und Verbraucher mit sich? Diesen Fragen widmet sich die Veranstaltungsreihe „EP-Berichterstatter im Dialog“ am 20. November im Europäischen Haus in Berlin.

Gemeinsam mit Damian Boeselager MdEP (Volt, Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz) diskutieren Sebastian Siepen von der Europäischen Zentralbank (EZB), Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), und Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), über den aktuellen Stand des Gesetzgebungsverfahrens und die Perspektiven des digitalen Euro. Die Moderation übernimmt EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann. | Weitere Informationen

EBD De-Briefing Rat für Allgemeine Angelegenheiten

23. November 2026 | Der Rat für Allgemeine Angelegenheiten (RAA) kommt am 19. November zusammen. Beim digitalen EBD De-Briefing ordnet Sebastian Fischer, stellvertretender Abteilungsleiter für EU-Grundsatz und Koordinierung im Auswärtigen Amt, die Ergebnisse der jüngsten Sitzung aus Sicht der Bundesregierung ein. Der RAA befasst sich mit übergreifenden europapolitischen Fragen, darunter die Vorbereitung der Tagungen des Europäischen Rates, die EU-Erweiterung und der Mehrjährige Finanzrahmen. | Weitere Informationen

Alle bisher erschienen EBD-Newsletter finden Sie hier.

Zur Newsletter-Anmeldung gelangen Sie hier.

English version of this newsletter.

Logo der Eurpäischen Bewegung Deutschland

Kontakt

Europäische Bewegung Deutschland e.V.

Alt-Moabit 92

D-10559 Berlin

Fon: +49-30-3036201-10

Fax: +49-30-3036201-19

info(at)netzwerk-ebd.de

Social Media