EBD-Newsletter September 2026 | Was ein handlungsfähiges Europa braucht
Liebe Leserinnen und Leser,
wie kann Europa in einer raueren Welt selbst entscheiden und handeln? Diese Frage stand im Zentrum der Rede zur Lage der Europäischen Union. Ursula von der Leyen hat darauf wichtige Antworten skizziert: mehr europäische Souveränität, eine stärkere Sicherheits- und Wirtschaftspolitik, neue Partnerschaften und weitere Schritte bei der Erweiterung. Aus Sicht der EBD bleibt aber eine entscheidende Tatsache offen: Wer Europa handlungsfähiger machen will, muss auch seine Institutionen und Entscheidungsverfahren weiterentwickeln. Unsere Analyse zur „SOTEU“ zeigt, warum Erweiterung, Demokratie und institutionelle Reform zusammengehören.
Besonders aufmerksam verfolgen wir deshalb die Idee eines neuen „Congress of Europe“. Für uns als Europäische Bewegung hat dieser Begriff eine besondere historische Bedeutung: Der Haager Kongress 1948 gab entscheidende Impulse für die europäische Einigung und für die Entstehung der Europäischen Bewegung. Ein neues europäisches Forum kann auch heute wichtige Debatten anstoßen. Entscheidend ist aber, dass Beteiligung politische Wirkung entfaltet. Mit den Europäischen Bürgerdialogen 2018/19 und der Konferenz zur Zukunft Europas 2021/22 wurden bereits viele Ideen und Reformvorschläge entwickelt – zentrale institutionelle Konsequenzen blieben jedoch aus. Europa sollte deshalb nicht wieder bei null anfangen.
Bürger- und Bürgerinnenbeteiligung, organisierte Interessen und die Vernetzung demokratischer gesellschaftlicher Akteure gehören zu einer lebendigen europäischen Demokratie. Sie ergänzen die repräsentative Demokratie - sie ersetzen sie nicht. Am Ende müssen demokratisch legitimierte Parlamente und Regierungen Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und Reformen umsetzen. Für die EBD gehören deshalb mehr europäische Beteiligung, eine starke parlamentarische Demokratie und eine pluralistische Interessenvertretung zusammen.
Das wird mit Blick auf die Erweiterung besonders wichtig. Die europäische Perspektive für die Ukraine, Moldau und die Staaten Südosteuropas verändert die Europäische Union grundlegend. Eine EU mit mehr als 30 Mitgliedern braucht Entscheidungsverfahren, die demokratisch legitimiert und zugleich handlungsfähig sind. Deshalb gilt für uns: Erweiterung und Reform müssen zusammengedacht werden. Dass sich der Europäische Rat im Oktober strategisch mit Erweiterung und Reformen befassen will, ist dafür ein wichtiger nächster Schritt.
Spannend ist auch der Vorschlag, Kanada über eine neue Form der Assoziierung enger an die Europäische Union zu binden. Wir brauchen eine weltoffene Integrationslandschaft. Neue Partnerschaften mit demokratischen Staaten können Europas weltpolitische Handlungsfähigkeit stärken. Welche Rechte und Pflichten ein solcher Status mit sich bringen könnte und wie er sich von einer regulären EU-Mitgliedschaft unterscheidet, muss nun konkretisiert werden.
Europäische Handlungsfähigkeit zeigt sich allerdings nicht nur in großen Zukunftsfragen. Sie zeigt sich auch darin, ob gemeinsam vereinbarte europäische Regeln im Alltag Bestand haben. Dazu gehört für uns etwa ein funktionierender Schengen-Raum mit geschützten Außengrenzen und grundsätzlich offenen Binnengrenzen. Und dazu gehört bessere europäische Rechtsetzung: Beim sogenannten Gold-Plating sollte kritisch geprüft werden, wo Mitgliedstaaten europäische Vorgaben national zusätzlich verkomplizieren - ohne dabei gemeinsame Schutzstandards abzubauen.
All diese Fragen beruhen auf einem gemeinsamen Fundament: Europa kann nur so stark sein wie seine Demokratie. Deshalb arbeitet die EBD mit der Berlin Democracy Declaration auch an einem Beitrag zum New Democratic Pact for Europe des Europarates. Unsere EBD/YouGov-Unternehmensbefragung zeigt zugleich, wie eng Demokratie und wirtschaftliche Stabilität miteinander verbunden sind: 78 Prozent der befragten Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen aus der Wirtschaft sehen demokratische Stabilität als relevante Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg, 81 Prozent sehen Unternehmen in der Verantwortung, zum Schutz der Demokratie beizutragen.
Demokratie entsteht dabei nicht allein in europäischen Institutionen oder nationalen Parlamenten. Sie wird täglich gelebt - in Unternehmen, Gewerkschaften, Verbänden, Vereinen, Jugendorganisationen und vielen weiteren Teilen unserer Gesellschaft. Ein handlungsfähiges Europa braucht deshalb beides: starke demokratische Institutionen und eine starke, pluralistische demokratische Gesellschaft.
Mit europäischen Grüßen
Ihre
Dr. Anna-Maija Mertens
Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland e. V.
#EBDGrafik des Monats
Gemeinsam mit YouGov führte die EBD im Mai 2026 eine repräsentative Umfrage unter Führungskräften von 505 Unternehmen durch. Im Vordergrund stand dabei die Frage, welche Verantwortung Unternehmen für die demokratische Resilienz in Deutschland tragen.
Unsere Grafik des Monats vertieft die genannte Umfrage und zeigt deutlich, dass insgesamt 81 Prozent der befragten Unternehmen sich in der Verantwortung sehen, demokratische Strukturen und die Gesellschaft zu schützen. | Zum Download
EBD Nachrichten
Rede zur Lage der Europäischen Union (SOTEU) 2026
Mehr als 200 Gäste verfolgten am 16. September 2026 im Europäischen Haus in Berlin die Rede zur Lage der Europäischen Union von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Eingeladen hatten die EBD gemeinsam mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, dem Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland und Table.Briefings. EBD-Präsidentin Dr. Anna-Maija Mertens ordnete die Rede ein und diskutierte anschließend mit dem litauischen Botschafter S.E. Giedrius Puodžiūnas, Fabian Zacharias (Bitkom) und Isabel Rutkowski (Katholische Landjugendbewegung Deutschlands). Till Hoppe (Table.Media) moderierte.
Die EBD zieht ein gemischtes Fazit: Der Fokus auf europäische Souveränität und Handlungsfähigkeit ist richtig gesetzt. Auch die klare Beitrittsperspektive für die Ukraine, Moldau und die Staaten des Westbalkans begrüßt die EBD. Für eine künftige Union mit mehr als 30 Mitgliedern fehlt jedoch ein konkreter Reformpfad. „Wer eine starke Union will, muss jetzt dringend auch ihre Institutionen und Entscheidungsverfahren reformieren“, betont EBD-Präsidentin Dr. Anna-Maija Mertens.
Bemerkenswert ist zudem von der Leyens Vorschlag, Kanada als erstes assoziiertes Mitglied enger an die EU zu binden. Welche Rechte und Pflichten mit einem solchen Status verbunden wären, ist bislang offen. Beim Schengen-Raum nimmt EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann die Kommission in die Pflicht: Sie müsse verhindern, dass dauerhafte Binnengrenzkontrollen zur Normalität werden. | Hier weiterlesen
Zwischen Unsicherheit und vorsichtigem Optimismus
Einen Tag nach der Sitzung des EZB-Rats lud die EBD am 11. September 2026 gemeinsam mit ihrer Mitgliedsorganisation, dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), zum De-Briefing ein. Für die EZB waren Fédéric Holm-Hadulla, Senior Adviser, und Eva Taylor, Head of Section Strategic Communications, zu Gast. Die Begrüßung übernahm Dr. Reinhold Rickes, Chefvolkswirt des DSGV.
Der EZB-Rat hatte die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben, der Einlagesatz liegt nun bei 2,50 Prozent. Hintergrund sind insbesondere die stark gestiegenen Energiepreise. Entscheidend für die weitere Geldpolitik ist, ob sich dieser Preisschock auch auf Löhne, Preise und Inflationserwartungen auswirkt. Angesichts der hohen Unsicherheit bleibt die EZB bei einem datenabhängigen Kurs und nimmt weitere Zinsschritte nicht vorweg.
Diskutiert wurde außerdem die Rolle des Euro in einer zunehmend multipolaren Welt und der Beitrag, den der digitale Euro zu einem zukunftsfähigen europäischen Zahlungsverkehr leisten könnte. Trotz Energiepreisschock und Inflationsdruck blieb die Grundstimmung vorsichtig optimistisch: Die robuste wirtschaftliche Entwicklung und der widerstandsfähige Arbeitsmarkt geben Anlass für Zuversicht. | Zum Nachbericht
EBD beschließt Berlin Democracy Declaration
Mit der Berlin Democracy Declaration 2026 bringt die EBD ihre Empfehlungen in die Konsultation zum New Democratic Pact for Europe des Europarates ein und schließt zugleich ihr EBD-Europarat-Projekt 2025/26 ab. Die vom EBD-Vorstand beschlossene Erklärung verbindet wirtschaftliche Handlungsfähigkeit mit Rechtsstaatlichkeit, gesellschaftlichem Zusammenhalt und demokratischer Selbstorganisation.
Einen Schwerpunkt bildet die wirtschaftliche Dimension demokratischer Resilienz. Eine repräsentative YouGov-Befragung im Auftrag der EBD zeigt: 78 Prozent der befragten wirtschaftlichen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sehen demokratische Stabilität als relevant für den wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens. 81 Prozent sehen Unternehmen zugleich in der Verantwortung, demokratische Strukturen zu schützen.
Auf Grundlage der Ergebnisse fordert die Berlin Democracy Declaration den Einbezug der ökonomischen Faktoren. Denn anhand der Umfragen wird klar, eine starke Demokratie bedingt ein fluides wirtschaftliches Wachstum und sollte in die Konsultation des Europarates mit einbezogen werden. | Mehr dazu
Deutschlands politische Landschaft in Bewegung: Welche Folgen hat das für Europa?
Im Interview mit Radio France Internationale (RFI) ordnet EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann den Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in die politische Entwicklung Deutschlands und Europas ein. Er verweist auf die besondere Widerstandsfähigkeit des föderalen und pluralistischen politischen Systems Deutschlands, warnt zugleich aber davor, dass demokratische Parteien extremistischer Kräfte übernehmen.
Mit Blick auf Frankreich und andere europäische Staaten betont Hüttemann, dass ein Erstarken nationalistischer Kräfte nicht mit rein nationalen Antworten beantwortet werden sollte. Gerade angesichts gemeinsamer Herausforderungen wie dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sowie den Beziehungen zu den USA und China brauche es europäische Antworten und eine geeinte, handlungsfähige EU. Das Interview knüpft somit an die EBD-Forderung an, demokratische Kräfte zu stärken und europäische Handlungsfähigkeit durch gemeinsames europäisches Handeln zu sichern. | Hier geht es zum Interview
Gemeinsam für Europa: Europapolitisches Engagement im EBD-Netzwerk
Was macht die EBD aus - und was bedeutet es, Teil dieses Netzwerks zu sein? Diesen Fragen geht der neue EBD-Dokumentationsfilm nach. In den vergangenen Monaten haben wir die Arbeit der EBD und ihrer Mitgliedsorganisationen mit der Kamera begleitet und Menschen aus unserem Netzwerk zu Wort kommen lassen. Der Film gibt damit Einblicke in die Arbeit der EBD und zeigt, was unser Netzwerk verbindet.
Gerade angesichts erstarkender antieuropäischer Kräfte wollen wir sichtbar machen, wofür die EBD steht: als Motor für europäischen Zusammenhalt, als Stimme für eine starke Europäische Union und als Plattform für Verständigung, Engagement und Integration. Wer Mitglied der EBD ist, wird Teil eines vielfältigen Netzwerks, bringt die eigene Perspektive ein und kann europapolitische Debatten gemeinsam mit anderen Akteuren mitgestalten. | Hier geht es zum Film
Sie möchten Teil des EBD-Netzwerks werden und europapolitische Arbeit gemeinsam mitgestalten? Mehr Informationen zur Mitgliedschaft.
Vier Fokusthemen für die EBD-Politik 2026/27
Mit der auf der Mitgliederversammlung beschlossenen EBD-Politik 2026/27 formuliert unser Netzwerk seine gemeinsamen europapolitischen Positionen. Die EBD-Mitgliedsorganisationen bringen dafür ihre unterschiedlichen Perspektiven ein und verständigen sich auf politische Schnittmengen. Die EBD-Politik bildet damit das inhaltliche Fundament unserer Arbeit.
Für 2026/27 hat die Mitgliederversammlung vier Fokusthemen beschlossen: die demokratische Handlungsfähigkeit Europas sichern, Europas außenpolitische Verantwortung stärken, europäische Bildung und gesellschaftliche Teilhabe stärken sowie den Binnenmarkt freiheitlich, nachhaltig, sozial und demokratisch weiterentwickeln.
Diese Struktur ist nun auch auf unserer Website abgebildet. Dort finden sich die Fokusthemen sowie die politischen Positionen und Forderungen der EBD im Überblick. Gleichzeitig arbeiten wir an den neuen EBD-Dachstrategien 2026/27. Sie sollen EBD-Politik, Mitgliederarbeit, Public Affairs, Projekte und Akteursnetzwerke in besonders relevanten Themenfeldern stärker miteinander verzahnen und künftig auch im EBD-Newsletter stärker sichtbar werden. | EBD-Politik 2026/27 entdecken
EBD-Grafiken erklären Europa
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat im Juli 2026 eine neue Ausgabe ihrer Reihe „Informationen zur politischen Bildung“ zur Europäischen Union veröffentlicht. Autorin Prof. Dr. Eva G. Heidbreder gibt darin einen Überblick über Akteure, Abläufe und Aufgaben der EU.
In zwei Darstellungen greift die bpb auch auf EBD-Material zurück: Eine veranschaulicht den Ablauf des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens, die andere unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit europäischer Staaten. Dass EBD-Grafiken in die neue Ausgabe eingeflossen sind, freut uns besonders. Komplexe europäische Strukturen und Verfahren verständlich zu vermitteln, ohne sie zu stark zu vereinfachen, ist ein wichtiger Teil europapolitischer Bildungsarbeit und damit eines unserer Fokusthemen für 2026/27.
Das Heft steht kostenlos als PDF zur Verfügung und kann auch als gedruckte Ausgabe bestellt werden. | Zur neuen Ausgabe
Bewerbungsstart am College of Europe: Europa leben und studieren!
Am 13. Oktober 2026 startet die Bewerbungsphase für das Studienjahr 2027/28 am College of Europe. An den Standorten Brügge, Natolin und Tirana studieren und leben rund 500 Studierende aus mehr als 50 Nationen gemeinsam. Seit seiner Gründung 1949 bereitet das College Absolventinnen und Absolventen auf internationale Karrieren mit Europabezug vor.
Wer sich für ein postgraduales Studium am College of Europe interessiert, kann sich den Termin schon jetzt vormerken. Weitere Informationen zur Bewerbung und zum Auswahlverfahren folgen in den kommenden Wochen über die Social-Media-Kanäle der EBD und im nächsten EBD-Newsletter. Bei Fragen steht das EBD-Team gerne zur Verfügung: coe(at)netzwerk-ebd.de | Mehr zum College of Europe
Europa-Nachrichten der Mitgliedsorganisationen
Auch unsere Mitgliedsorganisationen haben sich zur SOTEU 2026 geäußert und ihre eigenen Positionen zur Rede veröffentlicht. Hier finden Sie eine kleine Auswahl verschiedener Stellungnahmen aus dem Netzwerk:
Aus dem (internationalen) Netzwerk
Die europapolitischen Auswirkungen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
1. Oktober 2026, 17:00–18:00 Uhr | Landtag von Sachsen-Anhalt, Domplatz 6–9, 39104 Magdeburg, und digital
Welche Rolle spielte Europa im Wahlkampf, und was folgt aus dem Wahlergebnis für die kommende Legislaturperiode? Diesen Fragen widmet sich die Europäische Bewegung Sachsen-Anhalt mit Unterstützung der EBD am 1. Oktober. Dr. Gunnar Schellenberger, Präsident der Europäischen Bewegung Sachsen-Anhalt und Präsident des Landtags von Sachsen-Anhalt, eröffnet die Veranstaltung. EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann ordnet die europapolitischen Auswirkungen des Wahlergebnisses ein. Anschließend diskutieren unter anderem Dr. Falko Grube MdL (SPD) und Olaf Meister MdL (Bündnis 90/Die Grünen). | Weitere Informationen
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Die Suche nach der besseren Vergangenheit: Geschichtspolitik in den Visegrád-Staaten
1. Oktober 2026, 13:00–14:30 Uhr | Zentrum Liberale Moderne, Reinhardtstraße 15, 10117 Berlin
Geschichtspolitik ist in Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn ein zentraler Austragungsort politischer Auseinandersetzungen. Woran erinnert wird und wie Geschichte gedeutet wird, hängt eng mit Fragen nationaler Identität und der Haltung zur europäischen Integration zusammen. Warum gerade die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zum politischen Konfliktfeld wird, diskutieren Felix Krawatzek (ZOiS), Magdalena Marsovszky (Universität zu Köln) und Matěj Spurný (Karlsuniversität Prag). Die Moderation übernimmt Stephan Stach (Zentrum Liberale Moderne). Die Veranstaltung ist der zweite Teil der Reihe „Liberalismus – Konservatismus – Populismus in Ostmitteleuropa“. | Weitere Informationen und Anmeldung
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Transparenz und Demokratie in der Europäischen Union | 10 Jahre Investigate Europe
5. Oktober 2026, 17:00 Uhr | Europäisches Haus, Unter den Linden 78, 10117 Berlin
Wie transparent sind europäische Entscheidungsprozesse und welchen Zugang brauchen Medien zu Dokumenten und Verhandlungen, um EU-Gesetzgebung kritisch begleiten zu können? Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens lädt das europäische Journalistenteam Investigate Europe zu einer Podiumsdiskussion über Transparenz und Demokratie in der EU ein.
Es diskutieren Teresa Anjinho, Europäische Bürgerbeauftragte, Alberto Alemanno, Jean-Monnet-Professor für Europarecht an der HEC Paris, EBD-Präsidentin Dr. Anna-Maija Mertens, Dr. Anton Hofreiter MdB, Vorsitzender des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union im Deutschen Bundestag und EBD-Vorstandsmitglied, und Barbara Gessler, Vertreterin der Europäischen Kommission in Deutschland. Die Moderation übernimmt Harald Schumann, Gründer von Investigate Europe. | Weitere Informationen und Anmeldung
Europäische Ziele, nationale Verantwortung: Die neue EU-Gleichstellungsstrategie und ihre Umsetzung in Deutschland
13. Oktober 2026, 17:00–19:00 Uhr | Europäisches Haus, Unter den Linden 78, 10117 Berlin
Mit der EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter 2026–2030 hat die Europäische Kommission einen neuen Rahmen vorgelegt, während die Bundesregierung an einer eigenen ressortübergreifenden Gleichstellungsstrategie arbeitet. Der Fachdialog fragt, welche Anforderungen sich daraus für Deutschland ergeben und wie aus strategischen Zielen finanzierte und überprüfbare Maßnahmen werden. Dabei geht es unter anderem um Gewaltschutz und Lohngleichheit.
Nach der Begrüßung durch Barbara Gessler (Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland) und Prof. Dr. Gabriele Abels, Preisträgerin „Frau Europas“, diskutieren unter anderem Katja Lenzing (Europäische Kommission), Prof. Dr. Susanne Baer (Deutscher Juristinnenbund), Dr. Birgit Schweikert (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und Susanne Maier (Deutscher Frauenrat). Es moderiert Lisi Maier (Bundesstiftung Gleichstellung). Die EBD lädt gemeinsam mit der Bundesstiftung Gleichstellung, dem Deutschen Frauenrat, dem Deutschen Juristinnenbund und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland ein. Anmeldungen sind bis zum 5. Oktober 2026 möglich. | Weitere Informationen
EBD-Akteursmapping
EBD-Akteursmapping:
In unserer Rubrik "EBD-Akteursmapping" informieren wir Sie jeden Monat über zentrale personelle Veränderungen und Ernennungen in der europäischen Politiklandschaft. Hier eine Auswahl aktueller Entwicklungen:
- Armin Laschet ist zum neuen Präsidenten des Instituts für Europäische Politik (IEP) gewählt worden. Er folgt auf Werner Hoyer, der nach langjähriger Amtszeit nicht erneut kandidierte.
- In Bayern werden mehrere Posten neu verteilt. Josef Schmid wird neuer Justizminister, Manuel Knoll, bislang Chef der Jungen Union Bayern, rückt als Staatsminister für Jugend und Demokratie in die Staatskanzlei auf. Eric Beißwenger verlässt die Staatsregierung, seine Zuständigkeit für Europa übernimmt künftig wieder Staatskanzleichef Florian Herrmann.
- Da Claudia Müller als Spitzenkandidatin in den Landtag Mecklenburg-Vorpommern eingezogen ist, scheidet sie aus der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen aus. Ihr Nachfolger wird Felix Winter. Der promovierte Wirtschaftsmathematiker ist derzeit Fraktionsgeschäftsführer im Landtag.
- Zum Oktober übernimmt Silke Mülherr den Posten als Director of Communications bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Sie folgt auf Andreas Block, der ins Bundespresseamt gewechselt ist.
- Quentin Jalla ist neuer EU-Beauftragter der Französischen Botschaft.
- Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Bundestag ist jetzt Catarina Dos Santos-Wintz. Sie wurde mit 90,9 Prozent ins Amt gewählt, ihr Nachfolger als Parlamentarischer Geschäftsführer ist Fredrik Bouffier.
- Pablo Arias Echeverría ist neuer EVP-Koordinator im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO). Der spanische Abgeordnete löst Andreas Schwab (CDU) ab, der Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses (CONT) geworden ist.
Sie wissen von weiteren spannenden Personalwechseln in der europäischen Politik? Schreiben Sie uns gern an europaredaktion(at)netzwerk-ebd.de - wir freuen uns über Ihre Hinweise!
#Nachgefragt bei...
Beim Format „Nachgefragt bei...“ kommen regelmäßig europapolitische Stimmen in Form eines Kurzinterviews zu Wort. Diesmal sprechen wir mit Dr. Thu Nguyen, stellvertretende Direktorin des Jacques Delors Centre bei der Hertie School in Berlin und EBD-Vorstandsmitglied, zur SOTEU-Rede 2026.
Welche Signale gehen für Dich von der diesjährigen Rede zur Lage der Union aus und ist der richtige Fokus gelegt?
Von der Leyen liefert eine treffende Beschreibung der Herausforderungen und Prioritäten – Klima und KI als Kipppunkte, China-Schock, Aufstieg europaskeptischer Akteure, hybride Bedrohungen –, in der sich alle wiederfinden können. Der Vorschlag einer assoziierten Mitgliedschaft Kanadas ist ein guter Impuls in Richtung eines Zusammenschlusses der Middle Powers. Nun kommt es darauf an, ihn auszugestalten und dabei auch Druck aus Washington auszuhalten. Jenseits davon bleibt die Rede jedoch ohne mutige oder inspirierende Botschaft, wohin sich Europa unter ihrer Führung entwickeln soll.
Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Dr. Thu Nguyen.
Kommende Termine
30. September 2026 | Die Veranstaltungsreihe „Brüssel-Alumni in Berlin“ geht in die nächste Runde: Gemeinsam mit der Botschaft des Königreichs Belgien und POLITICO lädt die EBD zu einer Sonderausgabe in die Belgische Botschaft ein. S.E. Piet Heirbaut, Botschafter des Königreichs Belgien in Deutschland, EBD-Generalsekretär Bernd Hüttemann und die POLITICO-Redaktion begrüßen Brüsselerfahrene zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung.
Das Brüssel-Alumni-Netzwerk verbindet inzwischen mehr als 2.000 Menschen, die beruflich oder privat Zeit in Brüssel verbracht haben, sowie Alumni des College of Europe. Wer Brüssel-Erfahrung mitbringt, kann sich noch bis zum 25. September 2026 anmelden. | Weitere Informationen
EBD Dialog mit der Europäischen Bürgerbeauftragten
6. Oktober 2026 | Austausch mit der Europäischen Bürgerbeauftragten: Teresa Anjinho ist zu Gast beim EBD Dialog im Europäischen Haus und kommt mit den EBD-Mitgliedsorganisationen ins Gespräch. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, mehr über die Arbeit der Europäischen Bürgerbeauftragten zu erfahren und eigene Fragen unmittelbar in die Diskussion einzubringen.
Nach dem Impuls von Teresa Anjinho gibt EBD-Präsidentin Dr. Anna-Maija Mertens eine erste Einordnung. Anschließend diskutieren beide mit den teilnehmenden Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern. Der EBD Dialog findet von 11:00 bis 12:00 Uhr in englischer Sprache und in Zusammenarbeit mit dem Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland statt. | Weitere Informationen
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EBD De-Briefing Europäischer Rat
19. Oktober 2026 | Am 15. und 16. Oktober kommt der Europäische Rat in Brüssel zusammen. Zu den Themen, die die Staats- und Regierungschefs im Herbst beschäftigen, gehören unter anderem die europäische Verteidigung und Sicherheit, der nächste Mehrjährige Finanzrahmen und die Wettbewerbsfähigkeit der EU.
Direkt nach dem Gipfel ordnet Ole Funke, Leiter der Gruppe 52 im Bundeskanzleramt, beim EBD De-Briefing die Ergebnisse des Gipfels aus Sicht der Bundesregierung ein. Das De-Briefing beginnt um 8:30 Uhr bei unserer Mitgliedsorganisation Handelsverband Deutschland (HDE) im Verbändehaus „Handel – Dienstleistung – Tourismus“ in Berlin. | Weitere Informationen
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